Bemerkenswert

Klima-Blog Schleswig-Holstein

In der ersten Woche des Jahres testet das Klimaschutz-Netzwerk Schleswig-Holsteins unterschiedliche Möglichkeiten, Ressourcen zu schonen. Was lässt sich leicht in den Alltag integrieren? Und wo kommen wir an unsere Grenzen?

Ab dem 8.1. berichtet den Januar über von Montag bis Freitag einer der Tester/Testerinnen von seinen/ihren persönlichen Höhen und Tiefen.

Hier ein Überblick über die ersten Themen:

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Noch ganz sauber? – Alternative Putzmittel herstellen und testen

Foto_Sabrina GuderDas regelmäßige Putzen der eigenen vier Wände ist eine Routine, bei der das Womit selten hinterfragt wird. Im Schrank stehen viele verschiedene Flaschen – für jeden Zweck ist das richtige Mittel zur Hand. Laut Umweltbundesamt werden jährlich ungefähr 220.000 t Haushaltsreiniger verkauft. Viele der Inhaltsstoffe in Putzmitteln sind als bedenklich einzustufen.
Foto: Rech & Friends

Sie können beim Menschen zum Beispiel zu Hautreizungen oder Verätzungen führen. Außerdem belasten Silicone, Paraffine oder Duftstoffe die Umwelt, da sie nur schwer biologisch abbaubar sind.

Da stellt sich mir die Frage, ob es verträglichere Alternativen gibt – für Mensch und Umwelt. Bei meiner Recherche bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem die These aufgestellt wird, dass 5 Haushaltsmittel sämtliche Putzmittel ersetzen können und dabei noch umweltverträglich sind. Als Alternativen zu den chemischen Putzmitteln aus der Werbung werden herkömmliche Hausmittel wie Zitronensäure, Natron, Essig(essenz), Soda und Kernseife empfohlen.

Getestete Hausmittel_Sabrina Guder

Das klingt spannend und einiges davon habe ich getestet!

Die ersten beiden Hausmittel sind Essig bzw. Essigessenz oder Zitronensäure. Sie sollen zum Entkalken von Geräten wie Kaffeemaschinen, Wasserkochern oder Bügeleisen verwendet werden können. Außerdem sei die Verwendung für einen Allzweckreiniger, als Weichspüler oder WC-Reiniger denkbar. Der Vorteil dieser beiden Mittel ist, dass sie vollständig biologisch abbaubar sind.

Bei der Anwendung von Essig bzw. Essigessenz ist darauf zu achten, dass diese nur verdünnt eingesetzt werden. Essig ist auf vielen Oberflächen einsetzbar. Vorsicht ist allerdings bei Aluminium und kalkhaltigen Flächen wie Marmor oder Naturstein geboten. Ein weiterer Nachteil des Essigs ist, dass er in Verbindung mit Kupfer zu giftigem Grünspan führen kann. Während meines Tests habe ich mich für die Verwendung von Zitronensäure entschieden. Zitronensäure ist in flüssiger Form sowie als Pulver erhältlich. Sie eignet sich ebenso wie Essig zum Entkalken. Der Vorteil gegenüber Essig ist allerdings, dass Zitronensäure in Haushaltsgeräten enthaltenes Plastik oder Gummi nicht angreift.

Mein erster Test war das Entkalken meines Wasserkochers mit Zitronensäure. Dazu habe ich 2 Esslöffel reine Zitronensäure in Pulverform in 1 Liter Wasser gelöst und in den Kocher gefüllt. Die Lösung habe ich im Wasserkocher erhitzt. Wichtig ist, dass die Lösung nicht siedet, um neue Ablagerungen wie Kalziumcitrat zu vermeiden. Nach einer kurzen Einwirkzeit habe ich die Lösung ausgekippt und den Wasserkocher mit klarem Wasser gut ausgespült und abgetrocknet. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, doch die Kalkablagerungen sind nicht vollständig verschwunden. Beim nächsten Mal werde ich die Einwirkzeit um ein paar Minuten verlängern oder gegebenenfalls die Dosierung des Pulvers erhöhen.

Die warme Lösung aus dem Wasserkocher habe ich anschließend noch dazu verwendet meine Spüle und den Wasserhahn von Kalkflecken sowie meine Teekanne von unschönen Ablagerungen zu reinigen. Beides hat super funktioniert. Nach einer kurzen Einwirkzeit ließen sich die Kalkflecken auf der Spüle einfach mit einem Lappen wegwischen. Im Anschluss habe ich mit klarem Wasser noch einmal nachgewischt. Die Teekanne wurde ebenfalls mit der heißen Lösung befüllt. Nach einer Einwirkzeit von 10 Minuten waren die Ablagerungen fast gänzlich gelöst. Ich habe aber noch einmal mit der Bürste und etwas Spülmittel nachgeholfen und die Kanne war dann wieder weiß. Bei der Teekanne waren die bleichenden Eigenschaften der Zitronensäure zudem sehr hilfreich! Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie auch als Weichspüler oder Fleckentferner vor allem für weiße Wäsche empfohlen.

Teekanne vor und nach der Entkalkung

Zudem kann Zitronensäure als WC-Reiniger genutzt werden und eine gute Alternative darstellen, da laut Umweltbundesamt insbesondere WC-Reiniger mit anorganischen Säuren eine hohe Belastung für die Umwelt darstellen. Laut Rezept werden einfach 3 Esslöffel Zitronensäurepulver in das Becken gestreut und mit der Bürste sowie etwas Spülwasser verteilt. Die Einwirkzeit sollte ungefähr eine Nacht betragen. Der Nachteil hierbei ist, dass die Einwirkzeit wirklich lange ist. Eine praktikablere Alternative kann die Einwirkzeit eines Arbeitstages sein.

Auf der Verpackung meiner Zitronensäure sind noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten angegeben, die ich demnächst auch sicherlich testen werde. Weitere Rezepte, Tipps, Anwendungsmöglichkeiten und Hinweise zu Essig und Zitronensäure sind unter folgenden Links zu finden:

Ein weiteres alternatives Mittel ist Waschsoda bzw. reines Soda und ist nicht zu verwechseln mit Speisesoda (Natron). Es soll als Putz-, Spül- und Waschmittel verwendet werden können. Auch die Fett-, Fleckentfernung sowie die Reinigung verstopfter Abflüsse seien damit möglich. Bei der Verwendung von Soda sind allerdings einige Hinweise zu beachten. Zum Schutz der Haut und Schleimhäute ist es wichtig längeren Hautkontakt sowie den Kontakt mit Augen, Nase und Mund zu vermeiden. Sodastaub und Dämpfe sollten nicht eingeatmet werden. Auf der Packung steht außerdem, dass bei der Anwendung Handschuhe getragen werden sollten. Diese Vorkehrungen sind allerdings auch bei den meisten herkömmlichen Putzmitteln empfohlen. Da viele der Anwendungsmöglichkeiten denen von Zitronensäure ähneln, wurde die Anwendung von Waschsoda zunächst noch nicht getestet. Zukünftig würde ich es aber nicht ausschließen. Der Vorteil von Waschsoda ist, dass es laut Verpackung hygienisch sauber reinigt. Nähere Informationen zu Anwendungsmöglichkeiten, Tipps und Hinweisen sind zum Beispiel im Artikel 5 Tipps, wie du mit Soda deine Wohnung und Kleider reinigst zu finden oder gegebenenfalls auf der Verpackung selbst.

Weiterhin wurde die Anwendung von Natron getestet. Es ist auch bekannt als Speise- oder Backsoda und ist vielseitig als Koch- und Reinigungsmittel einsetzbar. In Kombination mit Wasser und Kernseife lassen sich zum Beispiel ein Allzweckreiniger sowie ein Geschirrspülmittel herstellen, welches ich getestet habe. Das Spülmittel kann entweder mit Natron oder Waschsoda in Kombination mit Kernseife und Wasser einfach hergestellt werden. Dazu wird die Kernseife fein geraspelt und 2 Teelöffel in 500 ml warmem Wasser aufgelöst. Anschließend werden 2 Teelöffel Natronpulver oder Waschsoda hinzugefügt. Nach dem Abkühlen kann das Mittel verwendet werden. Der Reiniger kann auch in eine Sprühflasche gefüllt werden und so als Universalreiniger Verwendung finden. Da Waschsoda stark entfettend wirkt und der Hautkontakt vermieden werden sollte, wurde Natron verwendet.

Bei der Verwendung des Spülmittels war es zunächst sehr ungewohnt, dass es nicht schäumt. Das Spülmittel hat dennoch gut bei meinem mäßig schmutzigen Geschirr funktioniert. Nur bei der fettigen Bratpfanne musste ich auf mein herkömmliches Spülmittel zurückgreifen. Hier wäre beim nächsten Mal auch die Verwendung von Waschsoda aufgrund der entfettenden Eigenschaften sinnvoll. Wie normales Spülmittel, lässt sich auch das selbst hergestellte Mittel gut aufbewahren. Zum Beispiel abgefüllt in alten Gläsern mit Schraubverschluss.

Natron kann zum Beispiel auch zur Reinigung von Polstermöbeln, Autositzen oder Teppichen verwendet werden und entfernt Gerüche. Dazu wird das Möbelstück mit dem Pulver bestreut und am nächsten Tag abgesaugt. Fertig. Das klingt wunderbar für Gegenstände, die nicht in der Waschmaschine gewaschen werden können.

Weitere Tipps, Anwendungsmöglichkeiten und Hinweise für die Verwendung von Natron im Haushalt können in den Artikeln Natron als Hausmittel: Vielseitig und ökologisch und Natron-Allzweckreiniger im Handumdrehen selbst herstellen nachgelesen werden.

Fazit
Insgesamt begeistert mich die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten dieser 5 Haushaltsmittel und ihre Umweltverträglichkeit.

Leider konnte ich nicht alle Anwendungsmöglichkeiten testen und hier darüber berichten. Das hätte auch den Rahmen dieses Blogbeitrages überzogen. Ich werde jedoch zukünftig weitere „Rezepte“ und Anwendungsmöglichkeiten ausprobieren und so den Inhalt meines Putzschranks umstellen. Die Vorteile dieser Hausmittel sind, dass sie im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln günstig und sehr ergiebig sind. Für die jeweilige Anwendung wird zumeist nur eine relativ geringe Menge benötigt. Auch die Themen Müll(vermeidung) und Recycling werden zum Vorteil für die alternativen Reinigungsmittel, denn diese sind oftmals in Pappkartons oder, wie beim Essig, in Glasflaschen erhältlich. Herkömmliche Reinigungsmittel werden dagegen fast nur in Plastikverpackungen angeboten.

Die Herstellung bzw. Dosierung der Mittel war ebenfalls einfach, denn vieles steht bereits auf der Verpackung oder lässt sich gut im Internet recherchieren. Zu Beginn muss man vielleicht öfter mal die richtige Dosierung nachschauen, doch ich denke, das ist genauso wie Kochen eine Übungssache.

Als Alternative oder Zwischenlösung zu den genannten Haushaltsmitteln, gibt es inzwischen in vielen Drogerien und Online-Shops auch ökologische Reinigungsmittel mit pflanzlichen und natürlichen Inhaltsstoffen zu kaufen. Beispiele sind die Produkte der Marken Ecover, memo, Sodasan, AlmaWin, Klar oder Sonett. Beispiele und Bewertungen sind unter anderem bei den Utopia Bestenlisten zu finden.

Doch egal welches Reinigungsmittel verwendet wird, die Dosierung sollte sparsam erfolgen, um unnötige Umweltbelastungen zu vermeiden. Mit dem Kauf von Konzentraten kann der Verpackungsmüll reduziert werden.

Bei bestehendem Interesse sind auf den angegebenen Internetseiten, dem angegebenen Buch sowie bei weiterer Recherche weitere Hinweise, Anregungen und Rezepte zur Anwendung dieser alternativen Reinigungsmittel zu finden. Das Tolle ist, hat man einmal die „Grundzutaten“ vorrätig, können neue Anwendungen unkompliziert und schnell getestet werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Nachweise und weitere Informationen

  1. Umweltbundesamt (2015): Frühjahrsputz. Abrufbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/wasch-reinigungsmittel/umweltbewusst-waschen-reinigen/fruehjahrsputz.
  2. Utopia (2016): Diese 5 Haushmittel ersetzen fast alle Putzmittel. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/hausmittel-putzmittel-waschmittel/.
  3. Flatley, A (2016): Natron als Hausmittel: Vielseitig und ökologisch. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/natron-als-hausmittel-vielseitig-und-oekologisch/
  4. Flatley, A. (2016): Warum Essig und Essigessenz in jeden Haushalt gehören. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/essig-essigessenz-hausmittel/.
  5. Flatley, A. (2016): 5 Tipps, wie du mit Soda deine Wohnung und deine Kleider reinigst. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/soda/
  6. Eder, M. (o. J.): Natron-Allzweckreiniger im Handumdrehen selbst herstellen. Abrufbar unter: https://www.smarticular.net/natron-allzweckreiniger-im-handumdrehen-selbst-herstellen/
  7. Emmaradio (2011): Blaupausen. Putzen 21 Teil 2: Citronensäure. Abrufbar unter: https://utopia.de/0/blog/was-nachhaltigkeit-manchmal-auch-mit/putzen-21-teil-2
  8. Utopia Team (2014): Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/die-schlimmsten-inhaltsstoffe-in-reinigungsmitteln/

Weitere Tipps, um Müll zu vermeiden und die Umwelt zu schonen sind in dem Buch von Shia Su (2017): „Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün“ zu finden.

Es wird keine Haftung für eventuell entstehende Schäden übernommen. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf einem relativ kurzen Testzeitraum im Rahmen der Erstellung dieses Blogbeitrags.

Logo_Kreis-SE_klein_4cSabrina Guder, Klimaschutzmanagerin des Kreises Segeberg
E-Mail: klimaschutz@kreis-segeberg.de

 

Warmer Kopf – kalte Füße. Wie heize und lüfte ich richtig?

BW_5x7 cmAls Klimaschutzmanager der Ämter Sandesneben-Nusse / Berkenthin war ich für die Sanierung von Heizungen und Gebäuden in öffentlichen Liegenschaften zuständig, so habe ich mir überlegt, das Thema Heizung einmal für meine Wohnung genauer zu betrachten.

a)  Wahrnehmung
Ich hoffe Sie haben kein zuhause, wo Sie abends kalte Füße bekommen und, wenn Sie die Heizung öffnen, die heiße Luft unter der  Decke steht. Dieses Bild aus den alten Zeiten habe ich als Kontrast gebraucht, um zu plakatieren, wie wichtig fürs Wohlbefinden (und fürs Energiesparen) neue Haus- und Heizkonzepte sind.

b)  Klimaschutzplan 2050
Als Klimaschutzmanager ist es mir auch immer ein Anliegen Ihnen ein Gefühl für das Thema Heizenergie zu vermitteln und eine Standortbestimmung vorzunehmen.
2015 benötigten die privaten Haushalte in Deutschland 636 Mrd. Kilowattstunden Endenergie (das ist die Energie, die mit dem Energielieferanten abgerechnet wird). Insgesamt waren das 25,8% des gesamten Endenergieverbrauches in Deutschland. Von dem vorgenannten Betrag werden mindestens 2/3 für Heizwärme verwendet. (Quelle UBA 17.02.2017).  Bei 82,18Mio Einwohnern ergibt das durchschnittlich rd.5.200 kWh pro Bundesbürger nur für die Beheizung. Bei dem aktuellen Energiepreis von 6 ct/kWh sind das 312€/ oder 26€/Monat. Das mag uns nicht teuer und viel erscheinen. Doch wer garantiert, dass die Preise so bleiben? Für uns ist es vielleicht nicht viel, aber wie wäre es wenn 7,44 Mrd. Menschen dieser Erde so lebten wie wir?
Von 1990 bis 2030 müssen nach dem Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung für das Handlungsfeld Gebäude 66-67% der Treibhausgasemissionen eingespart werden. Stand 2014 wurden 43% Einsparungen bei den Gebäuden erzielt. D.h. in den verbleibenden 16 Jahren (ab 2014) muss jedes Jahr der Verbrauch zusätzlich um 1,5% sinken, um das Ziel zu erreichen. Pro Person und Monat sind das 6,5kWh, die Monat für Monat weniger für fossile Brennstoffe verwendet werden sollten.

Dieses geht durch a) Effizienzsteigerung und durch b) den Umstieg auf CO2-arme Primärenergie.
Ich möchte Ihnen heute verraten, wie Sie durch Effizienzsteigerung praktisch Heizenergie sparen können.

c) Versuch
Ich habe mein Heiz- und Lüftungsverhalten für zwei Wochen beobachtet und möchte darüber berichten.

Es handelt sich um eine Wohnung mit wenig Außenwandanteil. Der Boden ist nicht gedämmt, die Decke ist gedämmt.
Anhand der elektronischen Heizkostenverteiler habe ich mit der  Bewertungszahl und der Zählerdifferenz einen dimensionslosen Verbrauch für jeden Heizkörper zweimal täglich ermittelt. Folgende Parameter wurden von  mir zusätzlich zum Verbrauch regelmäßig gemessen:
Raumtemperatur in allen Räumen / Außentemperatur /
Luftfeuchte innen.

Eingang
Bild: Eingang Wohnung

Der Versuch wurde vom 25.11.– 08.12.2017 (14 Tage) in Sandesneben durchgeführt. Die von mir gemessene gemittelte Außentemperatur beträgt 4,3 °C. Die mittlere Raumtemperatur im Wohnzimmer betrug 18,6°C. (Es handelt sich nicht um den Tagesdurchschnitt, sondern um den Mittelwert aus der Messung morgens und abends). Anm.: Da ich tagsüber oft nicht anwesend war, wurde die Heizung zumeist erst am Abend hochgestellt.

Folgende Kenndaten zur Wohnung gibt es:

  • Bezugsfläche, beheizt = 67 m²
  • Beheiztes Volumen = 191,2 m³
  • Hüllfläche zu unbeheizt = 161,8 m²
  • A/V  = 0,85 1/m

bild-elektr-HK-Verteiler
Bild: Elektr. Heizkostenverteiler:  Nummer – Vorjahreswert – Bewertungs-zahl – aktueller Verbrauch

Die Räume wurden unterschiedlich beheizt. Die Raumtemperaturen
/ Thermostatstellungen wurden eingangs gemessen:

  • Schlafzimmer 16,6°C / 1,
  • Wohnzimmer 19,7°C / 3,
  • Eingang/Windfang 16,4°C / 2,
  • Bad 19,5°C / 1.

Anm.: Insbesondere beim innenliegenden Bad gibt es Wärmeeinträge aus der Nachbarschaft, die aus angrenzenden, beheizten Innenwänden stammen. Eine Wand grenzt an den Heizungsraum.

Ergebnis:  Über die gesamte Beobachtungszeit ergaben sich folgende Verbrauchswerte:

  • Schlafzimmer: 459,3 Einheiten/m²
  • Wohnzimmer: 882,2 Einheiten/m²
  • Eingang: 0 (keine Wärmeabgabe am Heizkörper nachgewiesen)
  • Bad: 0 (keine Wärmeabgabe am Heizkörper nachgewiesen)

Auswertung der Ergebnisse:

  1.  Die Zonierung der Wohnung in gering beheizte und normal beheizte Bereiche bietet ein hohes Einsparpotential.
  2. Innenliegende Räume brauchen mitunter sehr wenig Beheizung.
  3. Windfänge sparen Energie.
  4. Die Absenkung der Temperatur im Schlafzimmer gegenüber dem Wohnzimmer hat dort 48% Heizenergie eingespart.

d) Empfehlungen
Folgendes lege ich Ihnen bei einer schlecht gedämmten Altbauwohnung in einem Mehrfamilienhaus während der Heizperiode ans Herz:

  • Prinzip 1: Bei Abwesenheit Heizung absenken, so dass die Raumtemperatur 16-18°C erreicht: Wohnräume eher 18, Nichtaufenthaltsräume eher 16°C.
  • Prinzip 2: Luftzug an Fenstern und Türen abdichten. Mit der Hand am Rahmen entlang fahren. Sie spüren den Luftzug und Kältebrücken sofort. Ein Dichtungsband gibt es im Baumarkt. Bei Türen helfen Bürstendichtungen.
  • Prinzip 3: Lüften im Winter nicht mit gekipptem Fenster. Pro Person werden bei einfachen Tätigkeiten etwa 30m³ Luft pro Stunde gebraucht. Deshalb und zum Feuchtetransport ist regelmäßiges Stoßlüften wichtig. Eine Lüftungsanlage mit Wärmetauscher bietet sich bei Sanierungen an.
  • Prinzip 4: Rohre isolieren. Heizungsrohre geben dort am meisten Energie ab, wo sie am heißesten sind. Das ist im Vorlauf direkt hinter der Heizung. Doch die Wärme wird dort gar nicht gebraucht! Sie wird am Heizkörper gebraucht. Ich empfehle die Rohrisolierungen zu überprüfen. Im Baumarkt bekommt man alle gängigen Durchmesser, um Rohre nicht beheizter Bereiche zu dämmen. Diese können einfach über die Rohre geschoben werden, die Schutzfolie abnehmen und zusammenkleben.
  • Prinzip 5: Warmwasser. Wer Zugang zum Heizkessel hat, sollte die Zeiten seiner Zirkulationspumpe überprüfen. Wenn möglich mit Zeitschaltuhr oder Taster bedarfsgerecht einstellen.
  • Prinzip 6: Hilfe holen. Für die weitergehende Beratung, wenn Heizung und / oder Bauteile saniert werden sollen, fragen Sie bitte einen Energie-Effizienzexperten Ihres Vertrauens: https://www.energie-effizienz-experten.de/

Fazit
Ich war überrascht wie stark sich die Regelung auf den direkten Verbrauch auswirkt. Allgemein hat sich die Regel etabliert: jedes Grad Temperaturabsenkung spart 6% Heizwärme. Nachts übernimmt die zentrale Nachtabsenkung (wenn sie denn an der Heizung eingestellt ist) die Aufgabe. Tagsüber sind wir selber verantwortlich. Wer zu viele Heizkörper in der Wohnung hat, kann sich programmierbare Ventile kaufen und seinen Wochenplan stundengenau pro Heizkörper einstellen. Ich habe die Regelung von Hand eingestellt und empfand den Aufwand überschaubar. Je besser das Haus gedämmt ist, desto geringer sind die Heizkreistemperaturen und die Effekte werden nicht so stark zu spüren sein.
Zur Lüftung sei angemerkt, dass 5 Min. Dauerlüftung in den meisten Fällen ausreichen, bei Querlüftung auch weniger. Die Häufigkeit richtet sich nach der Personenanzahl und der Tätigkeit: Kochen, Duschen und Wäsche trocknen, produzieren sehr viel Feuchtigkeit.
Für jedes einigermaßen dichte Haus empfehle ich früher oder später eine Lüftungsanlage, die neben der Energieeinsparung auch für einen hygienischen Luftwechsel sorgt.

Das Klima sagt: Danke!

Arduin Balasus, Klimaschutzmanager Amt Sandesneben-Nusse / Amt Berkenthin

Für die täglichen Autofahrer – eine Woche ohne Auto

Morkramer_NordkircheUnser Haushalt verfügt über ein Auto. Das ist praktisch um den Wocheneinkauf zu erledigen oder die Kinder irgendwohin zu fahren. Wir wohnen in Hamburg. Dort ist ein Auto nicht notwendig und aufgrund der überlasteten Straßen und des hohen Parkdrucks oft auch sehr nervig.

Zu Testzwecken lasse ich das Auto eine Woche stehen und nutze Fahrrad, Fuß, Bus und Bahn. Ich werde multimodal. Das klingt gut, also probiere ich es aus!

Zuerst einmal muss ich mich orientieren:

  • Wie komme ich ohne Auto zur Arbeit? Welche Strecken gibt es, welche Verkehrsmittel kann ich nutzen und wie lange dauert das?
    In meinem Fall sind es 12-15 km. Ich kann mit dem Fahrrad fahren, das dauert ca. 50 Minuten von Tür zu Tür, oder mit Bus und S-Bahn (ca. 45 Minuten). Mit dem Auto sind es ca. 25 Minuten.
  • Welche Tarife / Tarifzonen und Karten gibt es? Was kostet das und was lohnt sich für mich?
    Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) besteht aus der Hochbahn (zuständig für U-Bahn und Busse) und der Deutschen Bahn (DB). Die DB ist bekannt für ihren Tarifdschungel und so ist es auch in Hamburg. Ich entscheide mich für eine Wochenkarte. Damit kann ich beliebig oft fahren, aber niemanden mitnehmen. Diese Karte kann ich allerdings nur an einer Servicestelle kaufen.

Motiviert gehe ich am nächsten Morgen zur Bushaltestelle. Der erste Bus fährt mir vor der Nase weg (kein Problem, ich habe den Luxus eines 5-Minuten-Taktes) und der nächste kommt zu spät. Beim Umsteigen in die S-Bahn muss ich mich aufgrund der Verspätung des Busses beeilen, die Bahn fährt bereits ein. Und sie ist rappelvoll! Wo kommen die ganzen Menschen her? Ich dachte, die sitzen alle im Auto und verstopfen die Straßen? Wie in einer Sardinenbüchse eingeklemmt geht es los. Zum Glück steigen 80 % der Menschen am Hauptbahnhof aus. Ich kann wieder atmen und bekomme einen Sitzplatz. Der Rest der Fahrt verläuft ruhig. Die Rückfahrt ist kein Problem. An meiner Haltestelle ist die Bahn noch leer, am Hauptbahnhof ist sie wieder rappelvoll. Um Auszusteigen muss ich mich durch die Menschenmasse kämpfen.

Morkramer_Woche_ohne_Auto

Jetzt noch einkaufen. Ich habe eine große Tragetasche dabei, in die ich meinen Einkauf direkt einpacke. Die Tasche wird immer schwerer und ich merke, dass ich höchstens für zwei Tage einkaufen kann, mehr kann ich nicht tragen. Danach wieder zum Bus und nach Hause.

Zwei Tage später entscheide ich mich dafür, mit dem Fahrrad zur S-Bahn zu fahren und die Fahrradtaschen direkt mitzunehmen. So kann ich abends den Einkauf dort hinein packen. Außerdem ist das Fahrrad schneller als der ewig zu spät kommende Bus. Es klappt alles gut, das Fahrrad ist abends noch da, aber im Januar ist es ganz schön kalt, nass und dunkel um Fahrrad zu fahren. Insgesamt macht es keinen Spaß.

Die nächsten Tage fahre ich früher zur Arbeit, dann ist die Bahn leerer. Ich genieße den Blick auf die Lichter der Stadt. Keiner in der Bahn redet, alle träumen vor sich hin. So kann man es aushalten!

Alleine mit zwei kleinen Kindern Bus und Bahn fahren empfinde ich als furchtbar! Ständig muss man aufpassen, dass sie in der Menschenmasse nicht verloren gehen oder zerdrückt werden! Wenn man drin ist, muss man aufpassen, dass sie nicht durch die Gegend purzeln, sondern einen Sitzplatz bekommen. Mit einem Buggi unterwegs zu sein ist ebenfalls schrecklich, da in Bus und Bahn wenig Platz dafür ist und auch nicht überall Fahrstühle existieren. Zu Fuß zur Kita zu gehen macht uns dagegen Spaß. Allerdings muss man genügend Zeit einplanen!

Mein Fazit aus der Woche lautet:

Dafür, dass ich beliebig viel mit meiner Wochenkarte fahren kann, ist sie recht günstig. Dass am Wochenende jedoch keine zweite Person darauf mitfahren kann ist blöd. Mit einem Kind den ÖPNV zu nutzen ist in Ordnung, man muss nur mehr Zeit zum Umsteigen einplanen, als z. B. die App ansetzt. Mit zwei kleinen Kindern ist man am Ende nur genervt!

Ich habe in dieser Woche viele interessante Menschen gesehen. Vom Anzugträger mit Laptop auf den Knien bis zum Obdachlosen, der in der S-Bahn bettelt. Der morgendliche Körperkontakt mit fremden Personen ist nicht mein Fall, zum Glück ist es Winter … Ich musste in dieser Woche häufiger einkaufen gehen als sonst, da ich nur kleinere Mengen transportieren konnte. Das kostet viel Zeit und ist anstrengend.

Ich habe es aber sehr genossen mir meine Stadt und Mitmenschen einmal in Ruhe ansehen zu können. Ich konnte den Blick schweifen lassen, musste mich nicht auf die Straße konzentrieren, mich nicht mit anderen Autofahrern um die Vorfahrt streiten, stand nicht im Stau und musste auch keinen Parkplatz suchen.

Morkramer_Woche_ohne_Auto_2

Für kurze Strecken nehme ich gerne das Fahrrad, man ist damit wendig, schnell und findet immer einen Parkplatz. Für den Einkauf ist ein Auto schon sehr angenehm, obwohl auch dort das Fahrrad eine Alternative sein kann. Ich denke, ich werde im Sommer einen neuen Test wagen.

image003Klaudia Morkramer, Klimaschutzmanagerin für Mobilität
Klimaschutzbüro der Nordkirche
Mail: Klaudia.Morkramer@umwelt.nordkirche.de

Verloren im Siegelwald – worauf muss ich beim Einkauf achten?

Laura Profilbild

Wie einfach ist es nachhaltig einzukaufen? Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind in aller Munde, aber ist es wirklich ein so schwer erreichbares Ziel?

Wir machen den Selbsttest: Klimaschutz im Alltag – wie kann möglichst stressfrei und dennoch effektiv nachhaltig gehandelt werden?

Ein großer Einzelhandelskonzern verspricht: „So kaufen Sie nachhaltig ein – einfach auf das Siegel achten“. Das hört sich vielversprechend und mühelos an: Nicht erst Vorträge von der Verbraucherzentrale besuchen, keine stundenlange Recherche im Internet oder Fachbücher wälzen – einfach Einkaufszettel schnappen und los geht’s in den nächsten Supermarkt.

Auf der Suche nach Siegeln werde ich auch sofort fündig: das achteckige Siegel verspricht „Bio nach EG-Öko Verordnung“. Damit ist die Information des Siegels jedoch bereits erschöpft. Was heißt denn überhaupt bio nach EG-Öko Verordnung? Dazu brauche ich dann doch wieder eine andere Quelle: die EG-Öko-Verordnung ist ein 46-seitiges Dokument, das regelt, welche Voraussetzungen für das Siegel gelten: mindestens 95% aus ökologischem Landbau und kein Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln und Gentechnik. Bei der Tierhaltung ist das Tierwohl durch besonderen Auslauf der Tiere und Tageslicht gewährleistet.

Soweit so gut. Dass Massentierhaltung oder Pestizide beim Anbau von Nahrungsmitteln weniger gut sind als biologische Lebensmittel, leuchtet mir sofort ein. Aber kaum suche ich gezielt nach dem deutschen Biosiegel, springen mir andere Siegel förmlich ins Auge: Bioland, Naturland, Demeter, hauseigene Biomarken, Fairtrade, Öko-Test und andere. Viele Produkte versprechen also erstmal gute Produkte zu sein. Schnell wird es unübersichtlich und ohne mein Internet in der Hosentasche bin ich wirklich aufgeschmissen.

Eine Umweltorganisation empfiehlt Siegel wie das deutsche oder europäische Biosiegel, oder höherwertigere Siegel wie Demeter, Naturland oder Bioland. Hauseigene Biomarken können zwar durchaus auch nachhaltig sein, auf deren Siegel ist jedoch nicht immer Verlass, genauso wenig wie zum Beispiel das Siegel vom Öko-Test. Auch Fairtrade vergibt Siegel, die jedoch einen anderen Ansatz verfolgen: im Fokus stehen benachteiligte Familien des globalen Südens. Langfristige Handelsbeziehungen, ein garantierter Mindestpreis, Fairtrade-Prämien und Vorfinanzierung verhelfen den Familien zu einem besseren Einkommen und sollen zu mehr Gerechtigkeit führen. Fair ist jedoch kein Gegenteil von bio, sondern vielmehr ergänzend zu sehen: bei Fairtrade handelt es sich um Produkte, die zwar überwiegend aus Übersee stammen, jedoch nicht regional angebaut werden können.

Die Sache mit den Siegeln ist zwar nicht ganz einfach, aber ich finde Apps, die mir bei der Entscheidung über ein Produkt helfen: „Label online“ stuft Siegel in die Kategorien Anspruch, Unabhängigkeit, Kontrolle und Transparenz ein. Die App „Der nachhaltige Warenkorb“ bietet Tipps und Alternativen für nachhaltiges Einkaufen.

Mein erstes Fazit ist: wer sich lediglich auf Siegel verlässt, ist genauso verlassen wie er ohne Siegel wäre. Was war nochmal der Vorteil von Siegeln? Einfach nachhaltig einkaufen. Ganz so einfach scheint es dann doch nicht zu sein: ohne eine weitere Quelle bin ich völlig aufgeschmissen.

Doch was ist eigentlich mit Produkten, die keine Siegel tragen – sind die automatisch schlecht? Um sicher zu gehen, müsste ich den Produzenten kennen, doch das ist zumeist nicht der Fall. Zumindest nicht in einer Supermarktkette. Auf dem Wochenmarkt stelle ich schnell fest: Klimaschutz braucht nicht zwangsläufig ein Siegel. Regional und bio gibt es auch ohne Siegel.

Biomarkt in PelotasFotograf: Florian Kopp/ Brot für die Welt

Nachhaltig einkaufen, ganz ohne Siegel? Bauer Schulze lädt mich ein, ihn auf seinem Hof zu besuchen und mich selbst davon zu überzeugen, ob seine Hühner wirklich glücklich sind. Außerdem würden die kurzen Fahrtwege von regionalen Bauernhof zum Markt jede Menge CO2 sparen. Im Gesamten ist das jedenfalls besser als auf die tausend Siegel zu vertrauen, die für mich keineswegs „einfach“ zur Nachhaltigkeit führen. Bei Brot für die Welt heißt es dazu: „Am meisten schont ein Einkauf das Klima, der regionale, saisonale und biologische Kriterien zugleich erfüllt – also Bio-Produkte aus der Region wählt.“ (Quelle: Brot für die Welt (Hrsg.): Bio und fair: Produktsiegel im Überblick Berlin 2015.)

Marktszenen in AraliFotografin: Uta Wagner/ Brot für die Welt

Was ich mir wünsche, wäre ein Siegel für klimaschädliche oder unnachhaltige Produkte: ich möchte nicht wissen, welches Produkt besonders gut ist, sondern welches Produkt ich auf jeden Fall meiden sollte, weil dort gerade keine Nachhaltigkeit drinsteckt. Der Philosoph Richard Precht hatte diesen Vorschlag auf dem Zukunftskongress von TransFair gemacht. Wie wäre es mit einem Siegel für Produkte, die aus Kinderarbeit oder durch Ausbeutung der Arbeiter produziert wurden, die für Ressourcenverschwendung stehen oder für klimaschädliches Verhalten?

Doch solange dies nicht der Fall ist, schnappe ich mir meinen Einkaufszettel und checke mit einer der Apps welches Produkt besonders klimafreundlich ist. Doch was es mit den Siegeln für nachhaltige Fischerei und nachhaltige Kleidung auf sich hat, muss ich beim nächsten Einkauf erst noch herausfinden.

Logo_Werk_4cDiakonie Logo

 

 

Laura Hasse, Bildungsreferentin für Brot für die Welt im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein, E-Mail: l.hasse@diakonie-sh.de, http://schleswig-holstein.brot-fuer-die-welt.de/

 

 

 

Immer schön sauber bleiben – 3 alternative, kostengünstige und ungiftige Pflegeprodukte

Foto Sandra LudwighIn Shampoos, Seifen, Cremes und Duschgels sind zum Teil Plastikpartikel, synthetischen Tenside und Silikone enthalten, in manchen Deodorants giftiges Aluminium sowie etliche andere Inhaltsstoffe von denen wir als Verbraucher eigentlich gar nicht so richtig wissen was drin steckt und was unserem Körper langfristig Schaden zufügen könnte. Dies alles erfahren wir als Verbraucher immer so nach und nach. Um nur einige Beispiele zu nennen war es jahrelang oder gar jahrzehntelang in Ordnung Aluminium im Deo oder Amalgam im Zahn zu haben und plötzlich heißt es dann: „ist ja doch giftig“ (siehe Link: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-koerperpflegemittel.html). Genauso ist es mit vielen anderen Sachen, z.B. gelangt das Mikroplastik unserer Funktionskleidung durch die Wäsche ins Grundwasser und kann nicht herausgefiltert werden, weil die Partikel zu klein sind. Nur leider werden immer noch Fleecejacken in den Geschäften feil geboten.

Um nicht vom Thema abzukommen, ich möchte damit nur zeigen, dass wir als Verbraucher gar nicht den Überblick darüber haben können was gut und was schlecht für uns ist, da quasi täglich neue Chemikalien und Giftstoffe auf den Markt kommen. Leider…

Daher macht es für uns Sinn so wenig weiterverarbeitet Produkte, wie nur möglich an unseren Körper heran zu lassen, sowohl bei der Körperpflege, beim Haushalt, als auch bei der Nahrung. So ist es zum Beispiel besser Kartoffelpüree aus Kartoffeln und Butter zu essen, als das Kartoffelpüree aus der Tüte oder Kernseife anstatt Flüssigseife zu nutzen etc. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern entlastet auch unseren Geldbeutel.

Wenn Sie sich mit diesem Thema beschäftigen, finden Sie dazu im Internet allerlei Anleitungen für alle möglichen Pflegeprodukte.

Hier möchte ich Ihnen einmal vorstellen, welche 3 alternativen Pflegeprodukte ich innerhalb der letzten fünf Jahren in mein Leben integriert habe. Es durfte für mich nicht zu kompliziert sein, da ich zwei kleine Kinder habe und somit recht ausgelastet bin. Dazu gehören:

Natron Kokos÷l Kerseife Foto

1. Natron
Was ist Natron? Natron ist ein Natriumsalz der Kohlensäure und zählt zu den Hydrogencarbonaten. Es ist ein feines, weißes Pulver, das auch als Speisesoda oder Backsoda bekannt ist. Natron ist die Abkürzung für Natriumhydrogencarbonat (=NaHCO3). Es ist als günstiges, ungiftiges und dennoch hochwirksames Hausmittel fast in Vergessenheit geraten – zu Unrecht! Denn Natron ist ausgesprochen vielseitig einsetzbar und ganz natürlich, umweltschonend und ungiftig! Zu kaufen gibt es Natron im Internet, in der Apotheke oder auch in Supermärkten. Ich persönlich bestelle immer einen 5 kg Eimer Natron für ca. 7 € im Internet. Also teuer ist es nicht dafür aber ein wahres Multitalent, es kann z.B. bei Sodbrennen eingenommen werden, zum Abfluss reinigen in Kombination mit Essigessenz verwendet werden, man kann es zum Backen oder zum Waschen von Obst und Gemüse verwenden, als Geruchsneutralisierer oder zum Zähne putzen. Ich nutze Natron in der Küche, im Haushalt, als auch zur Körperpflege sehr oft. Falls Sie das Thema Natron und seine umfassenden Einsatzmöglichkeiten interessieren, habe ich Ihnen drei Links bereitgestellt:

Wie nutze ich Natron zur Körperpflege?

  • 2 Esslöffel Natron plus ca. ½ bis 1 Liter warmes Wasser vermischen und als Shampoo verwenden. Ich schütte dabei das Natronwasser über meinen Kopf und reibe meine Haare damit ein, ganz normal als würde ich Shampoo im Haar verteilen (natürlich schäumt es nicht, dafür sind aber auch keine synthetischen Tenside drin). Danach spüle ich ganz normal meine Haare aus und spüle sie anschließend mit ca. 1 Liter Wasser und ca. 2 Esslöffel Apfelessig nach. Die Apfelessig  Spülung verbleibt im Haar und verleiht ihm einen schönen Glanz.  Wirklich einfach…
  • Ich nutze Natron als Gesichts- und Körperpeeling. Dazu nehme ich ca. 2 Esslöffel Natron in meine Hand und „schrubbe“ damit meinen bereits nassen Körper bzw. nasses Gesicht ab. Das mache ich nur alle 2 Wochen, denn Peelings sollen nicht zu häufig verwendet werden.
  • Einmal pro Woche putze ich zusätzlich meine Zähne mit Natron. Ich geben einfach ein wenig (ca. eine Messerspitze) von dem Pulver auf meine nasse Zahnbürste und putze mir damit die Zähne. Es reduziert  Zahnbeläge und auch Zahnverfärbungen lassen sich damit einfach beseitigen. Zudem neutralisiert es Säuren im Mund und schützt so vor Karies.
  • Manchmal gönne ich mir ein Natron Bad (= Basenbad)  in der Badewanne oder ein Natron Fußbad. Es entsäuert den Körper und ich fühle mich danach, wie neu geboren. Einfach eine Tasse Natron ins Bad kippen und darin mindestens 20 Minuten verweilen. Übrigens: Natron Fußbäder (ca. 3 Esslöffel) helfen auch bei Fußpilz, rissiger Hornhaut oder Käsefüßen!

2. Kokosöl
Kokosöl (=Kokosnussöl) ist ein leckeres Speiseöl, welches viel in der veganen Küche anstelle von z.B. Butter verwendet wird. Kokosöl gehört meines Erachtens nach in jeden Haushalt, da es überaus gesund ist und darüber hinaus noch viele Einsatzmöglichkeiten bietet. Wer sich hier schlau lesen möchte, dem empfehle ich nachfolgende Links: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kokosoel-anwendung-ia.html oder https://www.kokosoel.info/

Wie nutze ich Kokosöl zur Körperpflege?

  • Ich nutze Kokosöl zur Hautpflege, also als Bodylotion. Generell creme ich mich wenig ein aber wenn,  dann mit Kokosöl. Am liebsten direkt nach dem duschen, wenn die Haut noch nass ist, dann lässt sich das Öl am besten und schnellsten verteilen. Auch als Lippenbalsam eignet es sich hervorragend.
  • Ich nutze Kokosöl zur Haarpflege. Ins noch nasse Haar verteile ich etwas Kokosöl in die Spitzen.
  • Ich nutze Kokosöl zur Zahnpflege. Einmal täglich ziehe ich Öl, das bedeutet, dass ich ca. einen Esslöffel Kokosöl im Mundraum für ca. 3- 5 Minuten hin und her bewege. Anschließend wird das Öl im Biomüll (nicht in den Abguss!) entsorgt. Es soll nicht herunter geschluckt werden, da die Bakterien aus dem Mundraum nicht in den Magen gelangen sollen. Anscheinend hat das Ölziehen auch generell einen entgiftenden und heilsamen Effekt auf dem Körper.

3. Kernseife
Kernseifen sind in der Regel Natriumsalze von Fettsäuren. Kernseifen bilden die Grundlage für Zubereitungen, die oft Feinseifen genannt werden und mit pflegenden Zusätzen, Parfümen und Farbstoffen versetzt sind. Ich persönlich nutze nur die reine Kernseife also diejenige, die frei von  Duft- und Farbstoffe ist! Die Einsatzmöglichkeiten von Kernseife sind quasi unendlich, man kann aus ihr Spülmittel, Flüssigseife, Duschgel, Waschpulver, Allzweckreiniger etc. herstellen und sich sogar damit die Zähne putzen. Wer sich mehr dafür interessiert, kann die Informationen auf nachfolgendem Link abrufen.
https://www.smarticular.net/unterschaetztes-hausmittel-kernseife-9-erstaunliche-anwendungsbeispiele/

Wie nutze ich Kernseife zur Körperpflege?

  • Ich nutze Kernseife zum Hände waschen.
  • Ich nutze Kernseife zum baden und duschen, anstatt Duschgel.
    Wobei ich hier noch einmal betonen möchte, dass ich meinen Körper nicht täglich von oben bis unten einseife, das wäre sehr schlecht für den natürlichen Wasser-Fett-Schutz-Mantel der Haut. Man ist ja durchs meist tägliche duschen oder waschen heutzutage auch nicht mehr wirklich schmutzig, höchstens etwas verschwitzt. Da ich fast täglich Sport treibe dusche ich mich auch täglich, jedoch nur sehr kurz (max. 1 Minute) und wasche mich fast ausschließlich mit Wasser (eher lauwarm als heiß). Die Kernseife nutze ich nur sehr sparsam an den Stellen, wo es nötig ist. Besonders im Winter merke ich, dass zu langes und heißes duschen meiner Haut schadet, sie trocknet aus und fühlt sich rau an. Kinderhaut ist meistens noch empfindlicher. Hier gilt also weniger ist mehr. Wer sich täglich von oben bis unten einseift muss sich irgendwann auch täglich eincremen und gerät somit in einen Teufelskreis von dringend benötigten Drogeriemarktprodukten.
  • Ich nutze Kernseife (seit gestern!) zum Zähneputzen. Ich probiere das jetzt einfach mal aus und lasse Sie evtl. in meinem nächsten Bericht wissen, wie es gelaufen ist. Bis dato kann ich nur sagen, dass es nicht so schlecht schmeckt, wie man vermuten würde und sich der Mundraum angenehm erfrischend anfühlt.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Ausprobieren und Experimentieren.
image001Ihre Sandra Ludwigh, Energie- und Klimaschutzbeauftragte im Kreis Steinburg
E-Mail: ludwigh@steinburg.de, Telefon: 04821 – 69 607

Eine Woche E-Auto Praxistest im Winter

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Wir im Klimaschutzbüro der Nordkirche haben ein E-Auto als Dienstwagen, das wir mit anderen Einrichtungen gemeinsam nutzen. Im Frühjahr, Sommer und Herbst wurde das Fahrzeug viel genutzt und wir konnten unsere Erfahrungen sammeln. Wir fahren eine Renault Zoe, Baujahr 2017, d. h. mit 41 kW Akkukapazität. In den warmen Monaten hat sie eine realistische Reichweite von ca. 260 km, im Winter von ca. 200 km.

Wichtige Einflussfaktoren auf die Reichweite im Winter sind die Winterreifen und die Heizung. Generell hatten wir erwartet, dass der Unterschied in der Reichweite zwischen Sommer und Winter größer sei. Anscheinend mögen der Akku und der Antrieb jedoch die bestehenden Temperaturen von 6-8°C. Es ist nicht zu kalt, aber der Akku ist immer leicht gekühlt.

Die Winterreifen haben einen großen Einfluss, da sie einen höheren Rollwiderstand haben. Bei den Sommerreifen gibt es eine extra Gummimischung für E-Autos, damit weniger Rollwiderstand auftritt.

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Nun zur Heizung und Klimatisierung. Ein E-Auto erwärmt die Luft nicht über die Abwärme des Motors, sondern erwärmt sie direkt. Das hat den Vorteil, dass das Auto nicht erst warm laufen muss und den Nachteil, dass es immer ein zusätzlicher Energieverbrauch ist. Daher lohnt es sich, das E-Auto vorzuheizen, solange es noch an der Ladestation angeschlossen ist.

Generell hatten wir bisher den Eindruck, dass die Luft im Auto während der Fahrt nicht stark erwärmt wird oder nur mit einem hohen Energieverbrauch. Bei eingestellten 21°C hatten wir immer noch unsere Winterjacken an.

Des Weiteren gibt es den Eco-Modus. Dabei werden alle unnötigen Energieverbräuche reduziert oder abgeschaltet und die Geschwindigkeit ist auf 95 km/h begrenzt. Auch die Heizung fällt unter den Punkt „unnötiger Energieverbrauch“. Im Winter kann man folglich nicht im Eco-Modus fahren und muss gegebenenfalls mit einer sinkenden Reichweite rechnen. Sinnvoll sind bei E-Autos eine Sitzheizung, da die Wärme so direkt an den Körper gelangt, und ein Gebläse für Front- und Heckscheibe, damit sie nicht beschlagen. Damit hat man das beste Ergebnis bei geringstem Energieaufwand. Die Streetscooter der Deutsche Post DHL Group sind daher so ausgestattet.

image003Klaudia Morkramer, Klimaschutzmanagerin für Mobilität
Klimaschutzbüro der Nordkirche
Mail: Klaudia.Morkramer@umwelt.nordkirche.de

Vegan – Mehr als nur Salat

profilMoin, mein Name ist Marret Bähr und ich bin seit März 2017 Klimaschutzmanagerin in Preetz. Bevor ich wieder zurück in die gute alte Heimat gezogen bin, habe ich Umweltkommunikation in Uppsala in Schweden studiert. Wenn es einen guten Zeitpunkt gibt um mich mal ordentlich mit meiner Ernährung zu beschäftigen, dann am Anfang des neuen Jahres. Normalerweise versuche ich schon mich ausgewogen und einigermaßen gesund zu ernähren, aber die letzten Wochen des Jahres fliegen alle guten Vorsätze über Bord. Ich sage nur Braten, Braten, Braten. Und ja, auch Neujahr bestand aus Chips-und-Schokolade-zum-Frühstück, TK-Pizza und Thai-Take-Away (immerhin vegetarisch?!).

Alles in Allem kamen der Klimatest, und damit die vegane Woche, genau zur rechten Zeit. Unterstützung ist bei so einem Vorhaben wichtig und die gab es durch meine MitbewohnerInnen, die sich größtenteils vegan-vegetarisch ernähren und mir tolle Tipps geben konnten. Ich befinde mich hierdurch natürlich in einer nahezu idealen Ausgangssituation, die eigene Ernährung innerhalb einer Familie umzustellen, wäre sicherlich eine größere Herausforderung geworden.

Ausgangssituation
Vorab habe ich mir einmal überlegt, wie ich bisher einkaufe und esse, um zu sehen, wo ich überhaupt stehe. Fleisch kaufe ich höchstens einmal im Monat selbst und dann in Bio-Qualität und wenig. Ich esse es aber bei Familientreffen, Kochevents und im Restaurant. Milchprodukte, vor Allem Käse, konsumiere ich hingegen relativ viel. Meine Einkäufe erledige ich beim Discounter und nur selten auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen. Abgesehen von der Bequemlichkeit, fällt mir kein weiterer Grund ein, warum ich nicht öfter auf den Markt gehe. Ich variiere gerne verschiedene Beilagen und habe mich auch schon an Soja (klimatechnisch problematisch) versucht. Dementsprechend sieht auch mein Küchenregal aus (beim Thema Verpackung und der ähem Ordnung gibt es definitiv Luft nach oben…).

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Einkaufen – das gibt`s ja doch!
Für eine vegane Ernährung einzukaufen ist anders, nicht schlechter oder besser, eben anders. Ich habe mir vorher ein paar Rezepte rausgesucht, bzw. bei meinen „Klassikern“ überlegt, wie ich diese vegan gestalten könnte und gehe mit einer richtigen Liste los. Die meisten Supermärkte und Discounter haben ein ziemlich gutes veganes Angebot und viele Lebensmittel sind heutzutage auch als vegan gekennzeichnet. Ja, es wandert viel Gemüse in den Einkaufskorb (soweit wie möglich auch saisonal und regional), aber es wird mehr als nur Salat geben! Erstaunlich finde ich, in wie vielen Lebensmitteln Tierprodukte enthalten sind und was sonst noch für unaussprechliche Stoffe. Sogar bei Chips, Bier und Wein muss man vorsichtig sein, gut dass Silvester schon vorbei ist. Mir ist übrigens aufgefallen, dass manche „Billigartikel“ weit weniger Zusätze enthalten als die Markenprodukte. Vegan einkaufen kostet zu Anfang mehr Zeit, man greift eben nicht mehr automatisch zu seinen 12 Standardprodukten. Ich hoffe auch, dass mir bewussteres einkaufen hilft, meine Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Testen – Is(s) mal was anderes
Noch ein Vorteil dieser Testwoche ist die Möglichkeit endlich mal neue Rezepte auszuprobieren. Geht es euch auch so, dass ihr euch ständig vornehmt mal neue Rezepte auszuprobieren und dann doch wieder zu den üblichen Verdächtigen greift? Ich habe mir vorgenommen, die vegane Woche auch dazu zu nutzen, um mehr Vielfalt in meinen Ernährungs-Alltag zu bringen. Es gibt unglaublich tolle Blogs, YouTube Videos, Kochbücher und Apps, die einen bei diesem Vorhaben unterstützen. Zum Beispiel: https://vebu.de/essen-genuss/vegane-rezepte/ und  https://veganheaven.de/. Auch lassen sich viele bekannte Rezepte durch einfache Variationen oder den Ersatz gewisser Komponenten vegan umsetzen.

Gerade die asiatische Küche bietet viele tolle Gerichte, hier reicht es oft die Austern- bzw. Fischsauce wegzulassen. Richtig lecker fand ich Tofu-Curry mit veganem Naanbrot und Tabouleh! Die Umstellung bedeutete für mich zunächst einen höheren Zeitaufwand: ich kannte die Gerichte nicht, musste viel nachlesen und ausprobieren. Aber dafür habe ich mehr selber gekocht und mit frischen Zutaten – statt mit Fertigprodukten.

Da ich gerne koche und diese Zeit als Entspannung empfinde und möglichst unverarbeitete Lebensmittel auch gesünder sind, sehe ich die Umstellung als Vorteil an. Tofu und Soja lassen sich am Abend vorher einlegen und dann am nächsten Tag super zu veganer Bolognese verwenden, Hefeflocken schmecken als Parmesanersatz.

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Und wenn man mal keine Lust hat selbst zu kochen? Als „Veganerin“ essen zu gehen, hatte ich mir schwierig vorgestellt, aber nein. Die meisten Restaurants haben mittlerweile vegane Gerichte, vielleicht keine große Auswahl, aber immerhin. Es gibt auch komplett vegane Restaurants, sollte man vorher aber mit den Begleitern absprechen, und ja auch hier besteht die tolle Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. In Kiel gibt es eine richtig gute Auswahl an veganen Restaurants, ein paar davon habe ich ausprobiert und würde jeder Zeit wieder hingehen: Kitty Rock Belly Full (Burger), Blattgold (Verschiedenes), Subrosa (Verschiedenes und als Highlight der Brunch)  und El Sombrero Verde (Mexikanisch).

Ersatz – auch gut?
Meine größte Herausforderung in dieser Woche ist das Ersetzen von IMG_20180107_220303_resized_20180107_105212338Milchprodukten. Veganen Käse habe ich schon früher probiert – so gar nicht meins! Also kein Käse für eine Woche, das geht, obwohl mich die innere Schweinemaus mit großen Augen anguckt.
Was gibt es sonst noch? Milch!
Das ist einfach, meine Mitbewohnerin macht sich
regelmäßig eigene Hafermilch, günstig und mit
wenig Zucker, eignet sich super für Müsli und den Kaffee.

Sahne gibt es ebenfalls aus Hafer oder Soja, da musste ich mich jedoch erstmal dran gewöhnen. Für den Mango-Lupinenjoghurt würde ich aber jederzeit eine Facebook-Fanpage gründen. Butter kann man durch Margarine ersetzen, gerade beim Backen fällt das nicht auf. Besonders empfehlen kann ich veganen Karottenkuchen. Ich esse schon länger gerne vegane Brotaufstriche, diese kann man auch einfach selbst herstellen, genauso wie Dips. Meine Favoriten sind Olivenpaste, Hummus und Cashewkäse, oft braucht man nur zwei Zutaten und einen Mixer. Ersatzprodukte wie vegane Schnitzel, Würstchen und Frikadellen aus dem Supermarkt sind allerdings nichts für mich. Dann probiere ich lieber komplett neue Dinge aus, als diesen Ersatz. Die meisten Fleisch-Ersatzprodukte schmecken mir einfach nicht, manche haben auch einen sehr hohen Salzanteil. Auch Soja und Superfoods sehe ich kritisch. Es gibt genügend regionale Lebensmittel wie Buchweizen, Heidelbeeren oder Kohlrabi, die genauso viele Vitamine und Power haben. Die Vorteile: sie müssen nicht eingeflogen werden, zerstören keine Regenwaldflächen und verbrauchen keine Unmengen an Wasser, außerdem sind sie günstiger.

Puh, mir wird wieder bewusst: Ernährung ist ein heikles Thema und alle sagen etwas anderes. Ich habe für mich erstmal beschlossen mehr auf regionales, biologisches und saisonales zu setzen.

Kritische Momente und was mir fehlt
Die Freundin gibt zum Geburtstag Torte aus… mit Sahne, Eiern und Butter (ich weiß außerdem, dass die Freundin ganz fantastisch backen kann). Der Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, es gibt am Kiosk leider nur konventionelle Milch – schwarz ist das Ganze ziemlich hart, morgens um 7.00 Uhr. Übriggebliebene Milchprodukte im Kühlschrank welche zeitnah konsumiert werden müssen – hier freuen sich Freunde und Mitbewohner. Die Eltern laden zum Fischessen ein…

Gerade Fisch, den angle und esse ich nämlich sehr gerne selbst, darauf möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten. Immerhin ist der Selbstgefangene ökologisch, also wenn man die ganze Ausrüstung und den Spritverbrauch nicht mitrechnet. Ich merke es wird schon wieder kompliziert.

fisch
Fleischverzicht wäre wohl das kleinste Problem, obwohl ich noch nicht weiß, wie ich das meiner Oma erklären sollte, wenn sie mich zum Essen einlädt… Also für Käse habe ich leider keinen adäquaten Ersatz gefunden und daher darauf verzichtet. Hat da vielleicht jemand noch einen Tipp? Als Kompromiss für die Zukunft habe ich beschlossen, nur noch regionalen Bio-Käse auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Käse hat nämlich eine unglaublich schlechte CO2-Bilanz, da er auf Umwegen über Tierhaltung mit viel Milch und Wärme produziert wird.

Wie geht es weiter?
Der Test hat mir viel Spaß gemacht und es gibt viele gute Gründe sich vegan oder vegetarisch zu ernähren. Tierwohl, Klimawandel, Verschwendung und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten. Ich werde nicht zur reinen Veganerin oder Vegetarierin werden, aber in Zukunft noch mehr auf meine Gewohnheiten und Ernährung achten. Gerade das Entdecken neuer Rezepte und Restaurants waren tolle Erfahrungen. Sich dauerhaft vegan zu ernähren ist mir aber ehrlich gesagt zu aufwendig und es gibt Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte, aber man kann ja im Kleinen anfangen. Ich kann jedem empfehlen mal die eine oder andere Mahlzeit, oder einen Tag, vegan zu testen – es lohnt sich.

Wappen farbigMarret Bähr, Klimaschutzmanagerin Stadt Preetz, marret.baehr@Preetz.de