Im Rausch – Wie viel Wasser verbrauche ich in einer Woche?

beritHabt ihr eine Idee, wie hoch euer wöchentlicher Wasserverbrauch ist? Ich muss gestehen, dass ich es nicht gewusst hätte. Doch mit meinem Umzug in eine neue Wohnung stellte sich mir diese Frage. Schließlich musste ich beim örtlichen Wasserversorger einen Vertrag abschließen. Ich hätte natürlich im Internet nach einem Durchschnittswert recherchieren können. Mit Ausnahme des monatlichen Abschlags wäre das ganze schnell wieder vergessen gewesen. Wäre da nicht die im Bad sehr zentral angebrachte Wasseruhr. Sie brachte mich auf die Idee, meinen Wasserverbrauch genauer unter die Lupe zu nehmen. Das ganze entwickelte sich schnell zu einem kleinen Wettbewerb zwischen meinem Freund und mir – Wer verbraucht beim Duschen am wenigsten Wasser? Wer spült am effizientesten ab? Beim ersten Punkt hat er zwar gewonnen aber ich schiebe das auf die deutlich kürzeren Haare.

Beim Spülen ist unsere Spülmaschine klar als Sieger hervorgegangen. Im Eco-Spülgangkaffe verbraucht sich lediglich 10 Liter. Vielleicht ist das gut so, da auf diese Weise Diskussionen darüber vermieden werden, wer mit dem Spülen an der Reihe ist (Bild links: Abspülvorgang mit 5,5, l Wasser). Getoppt wurde dieser Wert an Tag 6 mit 155 Litern. Mein tägliches Protokoll half mir, zu analysieren, warum gerade an diesen Tagen der Verbrauch so enorm hoch war. 

Um herauszufinden wie viel Wasser welche meiner alltäglichen Aktionen benötigt, habe     ich versucht, in der Testwoche nie mehrere Wasserverbraucher parallel zu nutzen. Ich stellte beispielsweise die Waschmaschine an und verließ für einen Spaziergang das Haus. Bei unserem Putztag füllte ich im Voraus Wasser zum Trinken in Flaschen ab, um das Ergebnis nicht zu verfälschen. Jeder Tag begann und endete mit einem Blick auf die Wasseruhr. Mein erster Tag begann direkt mit 134 Litern! Das sind 13 Liter über dem bundesdeutschen Durchschnitt aus dem Jahr 2013 (https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#textpart-1).

uhr

Mein täglicher Begleiter – Die Wasseruhr

Die Hauptwasserkonsumenten in unserem Haushalt sind die Toilettenspülung, die Waschmaschine und unser Putztag. Für das Putzen der gesamten Wohnung flossen 100 Liter Wasser. Ein 60°C Waschgang benötigt 60 Liter, die 40°C Wäsche 40 Liter (ob das ein Zufall ist?). Beim Duschen lagen wir zwischen 35 und 60 Litern. Wie also den Wasserkonsum reduzieren?

Die einfachste Änderung war die Wiedereinführung eines Zahnputzbechers. Dieser spart immerhin pro Tag 1 Liter Wasser. Leider wohnen wir in einer Altbauwohnung, die bisher nur recht wenige Sanierungen miterleben durfte. Wir sind daher stolze Besitzer eines Spülkastens, der noch in 2 Meter Höhe an der Wand hängt und durch eine Metallkette bedient wird. Die 11 Liter pro Toilettenspülung und Händewaschen wollte ich nicht hinnehmen. Nun ist mein tägliches Reck- und Streckprogramm, auf Zehenspitzen den Hebel am Kasten hochzudrücken, um die fehlende Spülstopptaste zu ersetzen. Für das Putzen muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Was die Waschmaschine betrifft, lässt sich nicht viel ändern. Sie verfügt bereits über einen Mengenregulierer und passt (laut Hersteller) die Wassermenge an die Wäschemenge an. Zudem achten wir darauf, keine halbleeren Maschinen anzustellen. Beim Duschen mache ich bereits beim Shampoonieren das Wasser aus und versuche, mich zu beeilen. Leider klappt dies nicht immer. Gerade nach einem stressigen Tag ist eine warme Dusche eine Wohltat und ich vergesse für einen kurzen Moment mein Vorhaben, nicht so viel Wasser zu verwenden.

Mit den genannten Änderungen schaffte ich es dennoch, in der Testwoche auf einen durchschnittlichen Wasserverbrauch von etwa 100 Litern zu kommen. Dieses Ergebnis wurde jedoch dadurch verfälscht, dass ich an drei Tagen einige Zeit im Büro verbrachte und ich den Wasserverbrauch der Waschmaschine an den letzten 4 Tagen auf zwei Personen aufteilen konnte. Ich schätze daher, dass mein Wasserverbrauch dem deutschen Durchschnitt von etwa 121 Litern entspricht. Um diesen Wert weiter zu senken, werde ich für das Bad, die bereits im ersten Blogeintrag erwähnten, Mengenregler installieren. Unberücksichtigt bei meiner Betrachtung blieb das Thema indirektes oder auch virtuelles Wasser. Für die Herstellung von Produkten wird Wasser benötigt, etwa zum Bewässern der Baumwoll-und Getreidepflanzen. Die Menge Wasser, die bei der Herstellung anfällt wird virtuelles Wasser genannt(https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#textpart-2).  . Bei einer Berücksichtigung des virtuellen Wassers steigt in Deutschland der tägliche pro Kopf Verbrauch von 121  auf 4.230 Liter! Für mich ist mit diese Zahl immer eine Motivation lieber eine Tasse Tee (30 Liter) statt Kaffee (121) Liter zu trinken (http://vdg.durstige-gueter.de/kaffee_tee.html. Doch dieses Thema ist zu umfangreich um es angemessen in diesem Blogeintrag zu beleuchten.

Schlussendlich kann ich sagen, dass in dieser einen Woche sicherlich nicht die sauberste Messreihe entstanden ist, ich jedoch ein Gefühl dafür bekommen habe, wie viel Wasser ich, ohne darüber nachzudenken, jeden Tag im Abfluss verschwinden lasse. Beim nächsten Mal werde ich dann hoffentlich auch meinen virtuellen Wasserverbrauch genauer unter die Lupe nehmen können.

logoBerit Ostrander, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Trittau

berit.ostrander@trittau.de

http://www.trittau.de/pages/buergerservice/klimaschutz.php

https://www.umweltbundesamt.de/daten/private-haushalte-konsum/wohnen/wassernutzung-privater-haushalte#textpart-1

 

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