Eine Woche E-Auto Praxistest im Winter

Morkramer_Nordkirche

Wir im Klimaschutzbüro der Nordkirche haben ein E-Auto als Dienstwagen, das wir mit anderen Einrichtungen gemeinsam nutzen. Im Frühjahr, Sommer und Herbst wurde das Fahrzeug viel genutzt und wir konnten unsere Erfahrungen sammeln. Wir fahren eine Renault Zoe, Baujahr 2017, d. h. mit 41 kW Akkukapazität. In den warmen Monaten hat sie eine realistische Reichweite von ca. 260 km, im Winter von ca. 200 km.

Wichtige Einflussfaktoren auf die Reichweite im Winter sind die Winterreifen und die Heizung. Generell hatten wir erwartet, dass der Unterschied in der Reichweite zwischen Sommer und Winter größer sei. Anscheinend mögen der Akku und der Antrieb jedoch die bestehenden Temperaturen von 6-8°C. Es ist nicht zu kalt, aber der Akku ist immer leicht gekühlt.

Die Winterreifen haben einen großen Einfluss, da sie einen höheren Rollwiderstand haben. Bei den Sommerreifen gibt es eine extra Gummimischung für E-Autos, damit weniger Rollwiderstand auftritt.

Nordkirche_Zoe_DSH

Nun zur Heizung und Klimatisierung. Ein E-Auto erwärmt die Luft nicht über die Abwärme des Motors, sondern erwärmt sie direkt. Das hat den Vorteil, dass das Auto nicht erst warm laufen muss und den Nachteil, dass es immer ein zusätzlicher Energieverbrauch ist. Daher lohnt es sich, das E-Auto vorzuheizen, solange es noch an der Ladestation angeschlossen ist.

Generell hatten wir bisher den Eindruck, dass die Luft im Auto während der Fahrt nicht stark erwärmt wird oder nur mit einem hohen Energieverbrauch. Bei eingestellten 21°C hatten wir immer noch unsere Winterjacken an.

Des Weiteren gibt es den Eco-Modus. Dabei werden alle unnötigen Energieverbräuche reduziert oder abgeschaltet und die Geschwindigkeit ist auf 95 km/h begrenzt. Auch die Heizung fällt unter den Punkt „unnötiger Energieverbrauch“. Im Winter kann man folglich nicht im Eco-Modus fahren und muss gegebenenfalls mit einer sinkenden Reichweite rechnen. Sinnvoll sind bei E-Autos eine Sitzheizung, da die Wärme so direkt an den Körper gelangt, und ein Gebläse für Front- und Heckscheibe, damit sie nicht beschlagen. Damit hat man das beste Ergebnis bei geringstem Energieaufwand. Die Streetscooter der Deutsche Post DHL Group sind daher so ausgestattet.

image003Klaudia Morkramer, Klimaschutzmanagerin für Mobilität
Klimaschutzbüro der Nordkirche
Mail: Klaudia.Morkramer@umwelt.nordkirche.de

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