Lebensmittel möglichst unverpackt einkaufen und mehr selbst zubereiten – was passiert dann?

Wer sich schon mal nach dem Einkaufen die Mühe gemacht hat, alle Verpackungen zu entfernen und die Menge an Papier, Folien, Styropor und Plastik zu sichten, wird überrascht gewesen sein über die Berge an Verpackungsmüll, die dabei zusammenkommen. Laut einer Studie von Eurostat verursachte Deutschland im Jahr 2015 je EinwohnerIn 37,4 Kilogramm Plastikverpackungsabfall, immerhin rund 49 Prozent davon werden dem Recycling zugeführt. Aber mal ehrlich, die Abschaffung von Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung sowie an der Supermarktkasse allein kann das Problem kaum beheben, oder? Ein Grund mehr, dass wir selbst bewusster darauf zu achten, weniger Lebensmittel in Plastikverpackungen zu kaufen und verschiedenes ausprobieren. Darüber hinaus tauschen wir ein paar Ideen für die eigene Zubereitung von Lebensmitteln aus.

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Isa Reher (links) und Andrea Witt

Die Aufgabe: Lebensmittel möglichst unverpackt einkaufen

Möglichkeit 1: Der Bio-Supermarkt

In Lübeck gibt es eine Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft, die fünf eigene Bio-Supermärkte namens „Landwege“ in Lübeck und Bad Schwartau betreibt. Das langjährig erfolgreiche Konzept setzt auf ein regionales Erzeugernetzwerk, welches von überregionalen Biomarktangeboten ergänzt ein umfangreiches Angebot für die Kundschaft bietet. Ich (Andrea) werde dort immer wieder auf andere saisonale Besonderheiten aufmerksam. Obst und Gemüse aber auch Produkte wie Fleisch, Käse oder Brot können in Papiertüten oder in selbst mitgebrachte Behältnisse und Beutel verpackt werden. Ein echter Vorteil gegenüber dem Verpackungswahnsinn, dem wir beispielsweise beim Einkauf im Discounter begegnen. Dort werden insbesondere Biolebensmittel in Folien und Plastik eingeschlagen, um sie vor Verunreinigungen zu schützen. Kurios, nicht wahr?

Möglichkeit 2: Die „grüne Kiste“

Ich (Isa) bekomme eine „grüne Kiste“ mit Lebensmitteln von einem Bauernhof in der Nähe. Ab und zu kommen noch andere Dinge aus dem Hofladen hinzu. Ich suche mir aus, was ich immer im Abo bekommen möchte und bestelle dazu, was gerade gebraucht wird. Dann steht alle zwei Wochen am Samstag die grüne Kiste vor der Tür. Meine Kiste ist selbst zusammengestellt, es gibt aber auch verschiedenste Gemüsekörbe mit wechselnden Gemüsen, Kräutern, Salaten und Obst. Gruene Kiste Gut Rothenhausen Isa-kleinUnser Hof, das Gut Rothenhausen, liefert nicht nur selbst Angebautes wie Obst, Gemüse und Getreide, sondern hat auch eine Hofbäckerei, eine eigene Milchverarbeitung und Käserei und Fleischverarbeitung mit Wurst von den eigenen Tieren. Da bekomme ich z.B. den Quark im Glas, das ausgewaschen wieder zurückgeht – und der schmeckt einfach wunderbar cremig. Es gibt sogar mehr als nur das eigene Hofangebot, z.B. Tomaten, Zitronen, etc. oder Waschmittel und Körperpflege

Bewertung: Guter Service, der mir den „Einkaufsalltag“ erleichtert:

  • ich kann von zuhause meine Lieferung zusammenstellen, egal wann,
  • ich erspare ich mir einige Einkaufswege,
  • ich bekomme kaum Verpackungen, sondern alles lose oder in Papier wie Brot und Eier,
  • frischer geht es nur noch aus dem eigenen Garten und
  • ich bekomme regionale und vor allem saisonale Produkte direkt nach Hause geliefert.

Alles sehr gut!

Meine Empfehlung: Es lohnt sich, Lieferservice aus der Region auszusuchen und zu testen. Die meisten Höfe kann man auch besuchen und sich ein Bild vor Ort machen. Ich habe von verschiedenen Höfen Lieferkisten bekommen und mich dann für einen Demeterhof mit seiner Kreislaufwirtschaft und großen Vielfalt entschieden.

Und noch ein Tipp: Auch mit wenig Geld kann man sich mit Biolebensmitteln ernähren, es lohnt sich mit Grundnahrungsmitteln wie Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln anzufangen: Die Foodjournalistin Rosa Wolff unternimmt in „Arm aber Bio“ das Experiment, sich einen Monat lang zum Hartz-IV-Tagessatz von Bio-Lebensmitteln zu ernähren.

Möglichkeit 3: Der Unverpackt-Laden

In Lübeck gibt es seit einiger Zeit einen „Unverpackt-Laden“ () , in dem man alles lose in eigenen Behältern kaufen kann und nur so viel, wie man gerade braucht. Unser Kollege Manuel berichtete bereits davon.Unverpackt Luebeck-klein

Seit ich (Isa) da einkaufe, habe ich die Kaffeedose gleich mit in der Tasche und fülle direkt darein ab. Es gibt Süßes und Salziges, Getreide, Hülsenfrüchte und Nüsse, Gewürze und Öle, Kaffee und Tee, Körperpflege und Waschmittel und noch vieles mehr. Und weil es so viel zu probieren gibt, habe ich jetzt auch immer Extragläser mit, für ungeplante Naschereien. Wer kennt geröstete Erbsen und Bohnen?

Bewertung: Es bringt Spaß, im Unverpackt einzukaufen. Keine Einwegverpackungen und genau die Mengen, die ich gerade brauche, sind ein absoluter Pluspunkt. Es gibt auch Einiges frisch aus der Region. Spannend bleibt die Sortimentsausweitung. Es wäre schön, wenn das Konzept dazu führen würde, dass mehr und an mehr Orten ohne Einwegverpackungen verkauft wird.

Tara-wiegen-klein-IMG_20171219_183522Einfuellen-klein-IMG_20171219_183606Brutto-Wiegen-klein-IMG_20171219_183640

Wie lange gibt es die Idee / Diskussion wohl schon? Mit einer lieben Kollegin hatte ich (als Unternehmensberaterin) einen Auftrag für eine Designstudie zu den Möglichkeiten ohne Einwegverpackungen zu verkaufen. Wir haben festgestellt, das geht und auch wie. Wann? 1992 …

Was geht noch? Selbermachen statt Fertiges kaufen

Tipp 1: Ingwer-Hummus

Immer wenn ich (Isa) zu einem veganen Potluck oder zum Buffet eingeladen bin, bringe ich gern Hummus mit – aber gleich vier Einwegpackungen kaufen? Also hab ich mich ans Selbermachen gewagt – für Ingwer-Hummus, den ich am liebsten mag.

Dafür Kichererbsen (lose im Unverpacktladen) und Tahin (Sesammus) kaufen; Zitrone, Knoblauch, Kreuzkümmel, Ingwer, Salz, Pfeffer und Paprika sind sowieso da.Hummus-klein-IMG_20180114_171316

Das Rezept ist einfach und ich füge nur Ingwer dazu (1 Portion):

50gr Kichererbsen über Nacht einweichen und 1-2 Stunden köchelnd garen, bis sie weich sind … mit 200gr Tahin, Saft einer ½ Zitrone, 1 Zehe Knoblauch (nach Belieben), viel Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer und dazu 1 Stück Ingwer kleingeschnitten cremig pürieren. Dabei nach Bedarf etwas Olivenöl und Wasser zufügen. Bei mir geht das im Mixer. Angerichtet wird er am schönsten mit Paprika bestreut und etwas Petersilie.

Tipp 2: BROT selber Backen

Ich (Andrea) liebe Brot, am liebsten mag ich Vollkornbrot. Manchmal viel zu schnell ist so ein ganzes Brot aufgegessen. Also habe ich mich daran gemacht selber Brot zu backen. Zunächst ein Versuch mit Hefe, doch das Ergebnis hat mich – im Vergleich zu einem Brot aus der Bäckerei – nur mäßig begeistert. Also wagte ich mich an ein Sauerteigbrot. Brotbacken-1Zunächst braucht man hierfür die Kulturen, die dem Brot seine Brotbacke-2Lockerheit verleihen. Eine gute Freundin kam mir hier zu Hilfe und gab mit etwas von ihrem „Ansatz“ ab, man kann ihn aber auch käuflich erwerben. Je nach Geschmack wählt man ein Vollkornmehl (z.B. Roggen, Dinkel oder Weizen) aus und fügt außerdem reichlich Wasser hinzu, nach dem verrühren muss der Teig ein paar Stunden an einem warmen Ort ruhen. Je mehr Zeit er bekommt, desto besser. Anschließend kann man weitere Zutaten, wie Leinsamen, Sonnenblumenkerne oder Nüsse unterrühren. Außerdem kommt eine Prise Salz und je nach Geschmack Brotgewürz mit Fenchel, Anis und Kümmel hinzu. Anschließend eine Kastenform mit Backpapier auskleiden, den Teig einfüllen und dann bei 175 Grad ca. 75 Minuten backen. Hmmm, das duftet und schmeckt!

Tipp 3: Obst lagern und haltbar machen

In unserem Garten (Isa) stehen sehr viele Obstbäume und ich lagere z.B. meine Äpfel so, dass ich das ganze Jahr etwas davon habe – vom Augustapfel im Juli über James Grieve bis November, Holsteiner Cox und Weihnachtsapfel bis ins neue Jahr und Boikens bis Juli. Der Lohn sind auch wunderbare Bratäpfel im Winter und getrocknete Marmelade-klein-IMG_20180114_223315~2Apfelscheiben zwischendurch. Aus Birnen wird leckeres Birnenmus. Die Quitten wandern auch ins Glas als Mus oder werden zu Quittenbrot. Mit Hollerblütengelee kann man im Winter den Sommer riechen und schmecken. Wer selbst keinen Garten hat, kann in Kleingärten im Herbst nachfragen, da gibt es immer wieder das Angebot, selbst zu ernten, wenn die Besitzer das nicht schaffen.

Wie war der Test und was hält sich im Alltag?

Es macht Spaß, etwas Neues zu probieren und so eine Testwoche ist eine gute Gelegenheit, sich mal bewusst den eigenen Alltag anzusehen.

Unser Fazit: Lebensmittel unverpackt einkaufen ist möglich, Selbermachen bringt Spaß und frisch schmeckt besser! Und deshalb dürfen sich in unserem Alltag ab jetzt gern breitmachen: Schnelle Salate und selbstgemachte Smoothies mit Obst und Grünzeug.

Unbedingt ansehen: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Gedanken-einer-Plastikmuell-Vermeiderin,plastik176.html

Isa Reher – Klimaschutzmanagerin beim Kreis Stormarn und freie Moderatorin

i.reher@kreis-stormarn.de www.kreis-stormarn.de/go/klimaschutz

Andrea Witt – Klimaschutzmanagerin bei der Hansestadt Lübeck

andrea.witt@luebeck.de http://unv.luebeck.de/klimaschutz/index.html

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Vegan – Mehr als nur Salat

profilMoin, mein Name ist Marret Bähr und ich bin seit März 2017 Klimaschutzmanagerin in Preetz. Bevor ich wieder zurück in die gute alte Heimat gezogen bin, habe ich Umweltkommunikation in Uppsala in Schweden studiert. Wenn es einen guten Zeitpunkt gibt um mich mal ordentlich mit meiner Ernährung zu beschäftigen, dann am Anfang des neuen Jahres. Normalerweise versuche ich schon mich ausgewogen und einigermaßen gesund zu ernähren, aber die letzten Wochen des Jahres fliegen alle guten Vorsätze über Bord. Ich sage nur Braten, Braten, Braten. Und ja, auch Neujahr bestand aus Chips-und-Schokolade-zum-Frühstück, TK-Pizza und Thai-Take-Away (immerhin vegetarisch?!).

Alles in Allem kamen der Klimatest, und damit die vegane Woche, genau zur rechten Zeit. Unterstützung ist bei so einem Vorhaben wichtig und die gab es durch meine MitbewohnerInnen, die sich größtenteils vegan-vegetarisch ernähren und mir tolle Tipps geben konnten. Ich befinde mich hierdurch natürlich in einer nahezu idealen Ausgangssituation, die eigene Ernährung innerhalb einer Familie umzustellen, wäre sicherlich eine größere Herausforderung geworden.

Ausgangssituation
Vorab habe ich mir einmal überlegt, wie ich bisher einkaufe und esse, um zu sehen, wo ich überhaupt stehe. Fleisch kaufe ich höchstens einmal im Monat selbst und dann in Bio-Qualität und wenig. Ich esse es aber bei Familientreffen, Kochevents und im Restaurant. Milchprodukte, vor Allem Käse, konsumiere ich hingegen relativ viel. Meine Einkäufe erledige ich beim Discounter und nur selten auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen. Abgesehen von der Bequemlichkeit, fällt mir kein weiterer Grund ein, warum ich nicht öfter auf den Markt gehe. Ich variiere gerne verschiedene Beilagen und habe mich auch schon an Soja (klimatechnisch problematisch) versucht. Dementsprechend sieht auch mein Küchenregal aus (beim Thema Verpackung und der ähem Ordnung gibt es definitiv Luft nach oben…).

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Einkaufen – das gibt`s ja doch!
Für eine vegane Ernährung einzukaufen ist anders, nicht schlechter oder besser, eben anders. Ich habe mir vorher ein paar Rezepte rausgesucht, bzw. bei meinen „Klassikern“ überlegt, wie ich diese vegan gestalten könnte und gehe mit einer richtigen Liste los. Die meisten Supermärkte und Discounter haben ein ziemlich gutes veganes Angebot und viele Lebensmittel sind heutzutage auch als vegan gekennzeichnet. Ja, es wandert viel Gemüse in den Einkaufskorb (soweit wie möglich auch saisonal und regional), aber es wird mehr als nur Salat geben! Erstaunlich finde ich, in wie vielen Lebensmitteln Tierprodukte enthalten sind und was sonst noch für unaussprechliche Stoffe. Sogar bei Chips, Bier und Wein muss man vorsichtig sein, gut dass Silvester schon vorbei ist. Mir ist übrigens aufgefallen, dass manche „Billigartikel“ weit weniger Zusätze enthalten als die Markenprodukte. Vegan einkaufen kostet zu Anfang mehr Zeit, man greift eben nicht mehr automatisch zu seinen 12 Standardprodukten. Ich hoffe auch, dass mir bewussteres einkaufen hilft, meine Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Testen – Is(s) mal was anderes
Noch ein Vorteil dieser Testwoche ist die Möglichkeit endlich mal neue Rezepte auszuprobieren. Geht es euch auch so, dass ihr euch ständig vornehmt mal neue Rezepte auszuprobieren und dann doch wieder zu den üblichen Verdächtigen greift? Ich habe mir vorgenommen, die vegane Woche auch dazu zu nutzen, um mehr Vielfalt in meinen Ernährungs-Alltag zu bringen. Es gibt unglaublich tolle Blogs, YouTube Videos, Kochbücher und Apps, die einen bei diesem Vorhaben unterstützen. Zum Beispiel: https://vebu.de/essen-genuss/vegane-rezepte/ und  https://veganheaven.de/. Auch lassen sich viele bekannte Rezepte durch einfache Variationen oder den Ersatz gewisser Komponenten vegan umsetzen.

Gerade die asiatische Küche bietet viele tolle Gerichte, hier reicht es oft die Austern- bzw. Fischsauce wegzulassen. Richtig lecker fand ich Tofu-Curry mit veganem Naanbrot und Tabouleh! Die Umstellung bedeutete für mich zunächst einen höheren Zeitaufwand: ich kannte die Gerichte nicht, musste viel nachlesen und ausprobieren. Aber dafür habe ich mehr selber gekocht und mit frischen Zutaten – statt mit Fertigprodukten.

Da ich gerne koche und diese Zeit als Entspannung empfinde und möglichst unverarbeitete Lebensmittel auch gesünder sind, sehe ich die Umstellung als Vorteil an. Tofu und Soja lassen sich am Abend vorher einlegen und dann am nächsten Tag super zu veganer Bolognese verwenden, Hefeflocken schmecken als Parmesanersatz.

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Und wenn man mal keine Lust hat selbst zu kochen? Als „Veganerin“ essen zu gehen, hatte ich mir schwierig vorgestellt, aber nein. Die meisten Restaurants haben mittlerweile vegane Gerichte, vielleicht keine große Auswahl, aber immerhin. Es gibt auch komplett vegane Restaurants, sollte man vorher aber mit den Begleitern absprechen, und ja auch hier besteht die tolle Möglichkeit, etwas Neues auszuprobieren. In Kiel gibt es eine richtig gute Auswahl an veganen Restaurants, ein paar davon habe ich ausprobiert und würde jeder Zeit wieder hingehen: Kitty Rock Belly Full (Burger), Blattgold (Verschiedenes), Subrosa (Verschiedenes und als Highlight der Brunch)  und El Sombrero Verde (Mexikanisch).

Ersatz – auch gut?
Meine größte Herausforderung in dieser Woche ist das Ersetzen von IMG_20180107_220303_resized_20180107_105212338Milchprodukten. Veganen Käse habe ich schon früher probiert – so gar nicht meins! Also kein Käse für eine Woche, das geht, obwohl mich die innere Schweinemaus mit großen Augen anguckt.
Was gibt es sonst noch? Milch!
Das ist einfach, meine Mitbewohnerin macht sich
regelmäßig eigene Hafermilch, günstig und mit
wenig Zucker, eignet sich super für Müsli und den Kaffee.

Sahne gibt es ebenfalls aus Hafer oder Soja, da musste ich mich jedoch erstmal dran gewöhnen. Für den Mango-Lupinenjoghurt würde ich aber jederzeit eine Facebook-Fanpage gründen. Butter kann man durch Margarine ersetzen, gerade beim Backen fällt das nicht auf. Besonders empfehlen kann ich veganen Karottenkuchen. Ich esse schon länger gerne vegane Brotaufstriche, diese kann man auch einfach selbst herstellen, genauso wie Dips. Meine Favoriten sind Olivenpaste, Hummus und Cashewkäse, oft braucht man nur zwei Zutaten und einen Mixer. Ersatzprodukte wie vegane Schnitzel, Würstchen und Frikadellen aus dem Supermarkt sind allerdings nichts für mich. Dann probiere ich lieber komplett neue Dinge aus, als diesen Ersatz. Die meisten Fleisch-Ersatzprodukte schmecken mir einfach nicht, manche haben auch einen sehr hohen Salzanteil. Auch Soja und Superfoods sehe ich kritisch. Es gibt genügend regionale Lebensmittel wie Buchweizen, Heidelbeeren oder Kohlrabi, die genauso viele Vitamine und Power haben. Die Vorteile: sie müssen nicht eingeflogen werden, zerstören keine Regenwaldflächen und verbrauchen keine Unmengen an Wasser, außerdem sind sie günstiger.

Puh, mir wird wieder bewusst: Ernährung ist ein heikles Thema und alle sagen etwas anderes. Ich habe für mich erstmal beschlossen mehr auf regionales, biologisches und saisonales zu setzen.

Kritische Momente und was mir fehlt
Die Freundin gibt zum Geburtstag Torte aus… mit Sahne, Eiern und Butter (ich weiß außerdem, dass die Freundin ganz fantastisch backen kann). Der Kaffee auf dem Weg zur Arbeit, es gibt am Kiosk leider nur konventionelle Milch – schwarz ist das Ganze ziemlich hart, morgens um 7.00 Uhr. Übriggebliebene Milchprodukte im Kühlschrank welche zeitnah konsumiert werden müssen – hier freuen sich Freunde und Mitbewohner. Die Eltern laden zum Fischessen ein…

Gerade Fisch, den angle und esse ich nämlich sehr gerne selbst, darauf möchte ich auch in Zukunft nicht verzichten. Immerhin ist der Selbstgefangene ökologisch, also wenn man die ganze Ausrüstung und den Spritverbrauch nicht mitrechnet. Ich merke es wird schon wieder kompliziert.

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Fleischverzicht wäre wohl das kleinste Problem, obwohl ich noch nicht weiß, wie ich das meiner Oma erklären sollte, wenn sie mich zum Essen einlädt… Also für Käse habe ich leider keinen adäquaten Ersatz gefunden und daher darauf verzichtet. Hat da vielleicht jemand noch einen Tipp? Als Kompromiss für die Zukunft habe ich beschlossen, nur noch regionalen Bio-Käse auf dem Wochenmarkt zu kaufen. Käse hat nämlich eine unglaublich schlechte CO2-Bilanz, da er auf Umwegen über Tierhaltung mit viel Milch und Wärme produziert wird.

Wie geht es weiter?
Der Test hat mir viel Spaß gemacht und es gibt viele gute Gründe sich vegan oder vegetarisch zu ernähren. Tierwohl, Klimawandel, Verschwendung und die Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten. Ich werde nicht zur reinen Veganerin oder Vegetarierin werden, aber in Zukunft noch mehr auf meine Gewohnheiten und Ernährung achten. Gerade das Entdecken neuer Rezepte und Restaurants waren tolle Erfahrungen. Momentan gibt es noch zu viele Dinge, auf die ich nicht verzichten möchte, aber man kann ja im Kleinen anfangen. Ich kann jedem empfehlen mal die eine oder andere Mahlzeit, oder einen Tag, vegan zu testen – es lohnt sich und schmeckt super.

Wappen farbigMarret Bähr, Klimaschutzmanagerin Stadt Preetz, marret.baehr@Preetz.de