Lange Pendelwege, viel zu tun, kalter Regen, wenig Zeit und dennoch: 50.000 Schritte – mein GOLD

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„Zu Fuß gehen ist die beste Medizin,“ behaupten viele. Auch dem Radfahren werden gesundheitliche Vorteile gegenüber dem Autofahren zugeschrieben. Alle sind sich einig – regelmäßige Bewegung stärkt die Gesundheit. Sicherlich ist der innere Schweinehund für einen kurzen Spaziergang leichter zu überwinden als für eine Jogging-Runde. Durch das Zufußgehen fällt die stressige Parkplatzsuche mit dem Auto, klimaschädliche Abgase und belastender Lärm weg und die frische Luft trägt zum psychischen Wohlbefinden bei.
Doch wie viele Schritte sollte man täglich im Hinblick auf seine Gesundheit erzielen?BLOG_Bild 00
Hier scheiden sich die Geister. Am bekanntesten ist die Zahl 10.000 Schritte pro Tag. Doch macht das Sinn? Während ein Briefträger täglich so gut wie doppelt so viele Schritte geht, kann ein Büroangestellter froh sein, wenn er bei der Arbeit auf 2.000 Schritte kommt. Ich denke, wenn ein Mensch normalerweise täglich nur 2.000 Schritte geht, ist seine Gesundheit und dem Klima schon viel geholfen, wenn er vorsichtig beginnt, z.B. mit dem Ziel von 3.000 Schritten, und sich dann langsam steigert.

BLOG_Bild 0Zu mir
Von Natur aus sportlich, jedoch im Alltag recht gehfaul. Zur Arbeit pendele ich mit dem Bus, 50 Kilometer hin und dieselbe Strecke zurück.
Da in Hamburg, wo ich wohne, der öffentliche Personennahverkehr gut ausgebaut ist, bin ich gerne mit S-Bahn und Bus unterwegs. Die Haltestellen sind eng vernetzt und Ziele können häufig direkt erreicht werden. So gehe ich wenig zu Fuß.
Mein Durchschnittsalltag: Um 5 Uhr wache ich auf, gehe zur Arbeit, bin meist gegen 18 Uhr zurück und nutze die restliche Zeit unterschiedlich: mit Einkaufen, Kochen, Wohnung Aufräumen, Gassi führen meines Hundes, Freunde treffen, Fernsehen und andere Hobbies. Um 22 Uhr geh ich schlafen. Meiner Gesundheit und mein Wohlbefinden sind und waren schon immer meine Priori-tät; Schlaf ist für mich eine wichtige Komponente und davon brauche ich acht Stunden am Tag.
Der Gedanke, nach der Arbeit mehrere tausend Schritte zusätzlich zu gehen, schreckte mich ab. Vor allem im Winter – als Frostbeule neige ich dazu schnell zu frieren und ich bin kein großer Fan vom kalten Regen. Im Sinne des Klimaschutzes wollte ich jedoch testen, wie gut sich dies in meinem Alltag integrieren lässt, und ob die häufig publizierten Artikel das mehr Zufußgehen einfacher darstellen als es tatsächlich ist. Da ich einen klassischen Bürojob habe, jedoch durch die Nutzung von Bus und Bahn mehr Schritte gehe als ein autofahrender Büroangestellter, entschied ich mich, für eine Woche 7.000 Schritte täglich zu gehen, das heißt insgesamt knapp 50.000. Oha!
Die Herausforderung nehme ich an. Ist ja nur für eine Woche. Und wenn es gar nicht klappt, kann ich ja immer abbrechen. Ich muss das ja nicht durchziehen, doch versuchen möchte ich es. Denn es geht um meine Gesundheit und um die Umwelt. Wenn jeder Bürger wöchentlich ein paar Autofahrten durch Zufußgehen bzw. Fahrradfahren ersetzen würde, käme der Klimaschutz in Deutschland deutlich voran.
Die Richtige App
Da ich weder einen Fitnessband besitze, noch für ein Neues Geld investieren möchte, BLOG_Bild 1müssen die Schritte auf eine andere Art gezählt werden. Zum Glück gibt es das Smartphone, auf dem beliebige Programme bzw. Applikationen (kurz „Apps“) installiert werden können. Anscheinend ist das Smartphone auch „smart“ genug, Schritte mit einer geeigneten App zu zählen.Also, machte ich mich im App-Dschungel auf der Suche nach der richtigen App. Um mir das ganze leichter zu machen, installierte ich die erste App, die ich finde, und aktiviere die Zählung. Zum Glück bin ich auch „smart“ genug (oder auch nur neugierig?), nach ein paar Minuten die von mir gegangenen Schritte zu kontrollieren. 508 Schritte? Das kann nicht sein. Ich installiere drei weitere ähnliche Apps zu installieren und lasse sie parallel laufen. Diesmal zähle ich mit. Voilà! Und schon habe ich meine App gefunden.
Es kann losgehen!
Gehen statt stehen!
Zugegeben, in einer Stadt wie Hamburg ist ein Auto relativ überflüssig. Mit Fahrrad, Bus und Bahn kommt man meist schneller als mit dem Auto voran, allein deshalb, weil man sich die Parkplatzsuche erspart. Auch ich bin fast nur mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs. Auto dann nur, wenn ich einen Trip zu Ikea oder zum Snowdome plane (via Carsharing bzw. Mitfahrgelegenheit).

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In der Versuchswoche denke ich oft daran, wie ich meine Schrittzahl erreiche…warum nicht einfach zur übernächsten Haltestelle gehen? Bis dahin habe ein paar Schrittchen gesammelt. Die Wartezeit beträgt sieben Minuten. Ich gehe los. Angekommen sehe ich, dass ich nur 1 Minute auf den Bus warten muss. Die Zeit ging schnell vorbei. Ich bin so begeistert, dass ich das nun öfters wiederhole. Lieber sich warmlaufen als im Kalten zu stehen.

Einkaufsmarathon
Es ist mal wieder an der Zeit, einkaufen zu gehen. Und wenn ich schon dabei bin, warum nicht gleich Haare schneiden gehen und genüssliche Stunden in Drogeriemarkt damit verbringen den besten Shampoo für meine Haare zu suchen. In der Naturkosmetik-Abteilung, versteht sich. Und wenn ich schon dabei bin, warum nicht gleich zum Einkaufszentrum laufen? Nur drei Haltestellen von meinem Zuhause entfernt und da drin bin ich vor jedem Unwetter geschützt.

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Eilig habe ich es auch nicht, es scheint trocken zu bleiben, also mach ich mich gemütlich zu Fuß auf den Weg zur Einkaufsmeile. In Gedanken versunken war ich schneller da als gedacht und einmal da, fiel mir gleich viel mehr ein was ich gleich erledigen könnte. Dort verbringe ich den ganzen Abend mit Friseur und Window-Shopping -ein echter Marathon – und kaufe doch mehr ein als ich wollte. Der Magen knurrt. Zeit nach Hause zu gehen. Ich gucke auf die Uhr, schon so spät! Ich hatte doch mehr einkauft als ich geplant. Und den ganzen Rückweg in der dunklen Kälte möchte ich nicht mehr. Schließlich bin ich (gefühlt!) ein Marathon im Einkaufszentrum gelaufen. Ich checke in der App: 16.235 Schritte! Da staune ich. Erlaubnis erteilt, ich klopf mir selbst auf die Schulter und belohne mich damit, mit dem Bus nach Hause zu kutschieren. Ein erfolgreicher Tag!
Im Regen tanzen
Mein Hund liebt Regen. Er liebt Wasser. Die Kombi ist einfach unwiderstehlich. Sein Traum? Im See zu plantschen, während es regnet. Was für ein Glück, dass Frauchen ihre Schritte sammeln möchte.

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Es gießt. Manchmal sogar horizontal. Durch Windböen werden die Regentropfen gefühlt von jeder Himmelsrichtung, sogar vom Boden aus auf mich geschleudert. Es gibt kein Entkommen. Ich schau aus dem Fenster, spüre den fragenden Blick meines Hundes, Schwanz klopft auf dem Boden in freudiger Erwartung. Mein tropisches Herz seufzt.
Ich denk an die Holländer, die sicherlich auch unter apokalyptischen Wetterbedingungen fröhlich im Freien herumfietsen, und wiederhole innerlich: „es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“. Regenstiefel, angewandtes Zwiebelprinzip vom Feinsten, Mütze, Handschuhe, Regenponcho, Schirm… ich bin bereit! Schal so umgewickelt, dass nur die Augen rausgucken. Ich schau in den Spiegel. Der Michelin-Mann hätte würde sich glatt in mich verlieben.

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Ich trete aus dem Haus. Hundi schnüffelt schwanzwedelnd neben mir. Immun zur kalten Nässe, entdeckte ich Pfützen und trete absichtlich hinein. Mein inneres Kind wacht auf und ich genieße den Spaziergang. Die Luft hatte einen reinen, natürlichen, erdigen Duft. Die Regentropfen plätscherten melodisch auf den Boden. Die Wege sind menschenleer, es ist ruhig und friedlich. Die typische Hektik des Alltags ist wie weggewaschen; die Zeit bleibt stehen. Ich nutze die Zeit und hol mir einen Kuchen für später am Backer. Eine knappe halbe Stunde später mache ich mich auf dem Weg nach Hause da mein Hund komplett durchnässt war und ich nicht will, dass er sich die Erkältung des Jahres holt. Zuhause hänge ich meine nassen Sachen im Badezimmer auf. Und mache es mir gemütlich. Es hat wirklich Spaß gemacht, ich fühle mich nach dem Spaziergang richtig erholt. Und meine 7.000 Schritte habe ich wieder locker geschafft.
Mein fauler Sonntag
Der letzte Tag. Heute bin ich faul. Ich schlafe lange. Als ich aufwache, knurrt der Magen. Ich möchte gerne etwas frühstücken. Und da ich kein Brot habe, überlege ich mir zum nächsten Bäcker zu gehen. Als ich schon unterwegs war bin, entschied ich mich, entspannt zum Hauptbahnhof zu spazieren, das ist zu Fuß ca. eine halbe Stunde. Da hat ein Bäcker mein Lieblingsbrot.

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Die Sonne scheint zur Abwechslung und ich singe fröhlich zu meiner Lieblinksmusik, die ich über meine Kopfhörer genieße. Zurück fahre ich mit der S-Bahn, man muss ja nicht gleich übertreiben. Frühstück ist sehr lecker und auch wohl verdient. Im Nachhinein schaute ich, wieviel ich gelaufen bin…knapp 2,6 Kilometer. Nicht schlecht.
Fazit
Ergebnis: 83.718 Gesamtschritte; 11.959 Tagesdurschnittschritte; ca. 61,9 Kilometer

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Staunen pur. Mein Ziel von 50.000 habe ich deutlich überschritten. Und das Ganze ohne festen Plan! Natürlich hatte ich im Hinterkopf immer die Absicht, so viel wie möglich zu Fuß zu gehen. Allerdings war mir nicht bewusst, dass ich so viel gelaufen bin! Und das Beste daran, das zu Fußgehen fühlt sich wirklich gut an! Mein Alltag ist ziemlich eng, und es half mir sehr, dass sich das Ganze mit meinen normalen Aktivitäten kombinieren ließ. Ich musste also nicht zusätzlich viel Zeit einplanen, um 7.000 Schritte zurückzulegen.
Wenn ich jedes Mal zur übernächsten Haltestelle zu Fuß gehe, dann erreiche ich auch leicht meine 7.000 Schritte. Die ersten tausend Schritte erreichte ich alleine dadurch, dass ich mit Bus und Bahn pendelte und demnach fünf Minuten Fußweg zur Arbeit hatte. Am erstaunlichsten fand ich tatsächlich das Gefühl, im Regen spazieren zu gehen. Es war ein wirklich ein schönes Erlebnis, das ich sicher wiederholen werde!

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Was mir am meisten half, und was ich jedem auch empfehlen kann ist, sich kleine Ziele zu setzen. Schritt für Schritt zu gehen und diese an den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Ich hatte kein Druck, weil ich wusste, dass ich das nicht durchziehen muss. Jedoch war es fast jedes Mal so, dass ich, wenn ich z.B. zur nächsten Haltestelle gelaufen bin, mich beim Gehen entschlossen habe, doch bis zur übernächsten Haltestelle zu gehen, weil es sich so ging und die Bewegung sich gut anfühlte. Zugegeben, mein Hund war auch ein zusätzlicher Motivationsfaktor.
Würde ich in einem Jahr alleine jede zweite Woche versuchen, mehr Schritte zu gehen, würde ich in einem Jahr 11.300 Kilometer hinterlegen!! Das bedeutet, über 1,6 Tonnen weniger CO2 Ausstoß (im Gegenzug zum Autofahren), weniger Spritkosten, mehr Gesundheit, besseres Klima. Wenn das kein zusätzlicher Motivationsschub ist!
Kann ich nur jedem weiterempfehlen, ich bleibe definitiv dabei. Schritt für Schritt. Denn meine Gesundheit und meine Umwelt, sind mir Goldwert.

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Estrella Piechulek

Klimaschutzmanagerin Stadt Mölln

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Mehr als nur schöne Verpackung – plastikfrei Einkaufen

schröder_solveigDie Weihnachtsfeiertage und Silvester sind vorbei. Eigentlich habe ich gefühlt genug gegessen um die nächsten Tage nicht einkaufen zu gehen. Mein Vorsatz für diese Woche ist, möglichst plastikfrei einzukaufen. Zuerst wollte ich meine Woche komplett plastikfrei gestalten. Doch das ist fast unmöglich im Alltag und noch dazu so kurzfristig… Ich könnte streng genommen nicht mal Bus oder Bahn fahren (dort ist überall Plastik verbaut), könnte nicht arbeiten (da ich keine Holztastaur und -maus, geschweige denn einen Holzcomputer habe), viele meiner Klamotten (Synthetikfasern) nicht tragen, kein Geld von der Bank (Bankkarte ist auch aus Plastik) abheben, usw.

Also doch „nur“ plastikfreier Konsum. Aber was hat Plastik – oder besser gesagt Kunststoff – eigentlich mit dem Klima zu tun? Zum einen sind viele Kunststoffe erdölbasiert, deren Herstellungsprozess verbraucht einiges an Energie und stößt CO2 aus. Noch dazu haben wir es mit einer Verpackungsschlacht zu tun. Was ich damit meine? Zum Beispiel die unnötigen Verpackungen von Lebensmitteln die sowieso eine schützende Schale haben. Mein Lieblingsbeispiel: eingepackte Bananen 😉

Zurück zu meinem Experiment. Trotz des noch gefühlt vollen Weihnachtsbauches geht es also los zum ersten plastikfreien Einkauf – natürlich ausgerüstet mit Rucksack und Jutebeutel damit ich ja keine Plastiktüte benötige. Erster Halt: Gemüseabteilung. Auf den ersten Blick sieht es hier ganz gut aus. Wenig Plastik. Doch in der Bio-Abteilung stehe ich plötzlich vor einem kleinen Plastikparadies…warum gerade Biogurken meistens in einer Plastikhülle stecken müssen ist immer wieder fraglich. Also muss ich wohl einen Kompromiss schließen und auch unverpacktes konventionelles Gemüse nehmen.

Plastiksalat im Biomarkt

Plastiksalat im Biomarkt

Zweiter Stop: das Kühlregal. In meinem Supermarkt gibt es leider keine Milch in Glasflaschen. Nur Tetrapacks die von innen wahrscheinlich auch mit Plastikfolie überzogen sind. Gut, dass ich noch welche im Kühlschrank habe. Dafür kann ich Joghurt im Pfandglas mitnehmen.

Als Nächstes: Käse? Fehlanzeige. Alles verpackt. Selbst über der Theke wird der Käse immer schön eingepackt. Da hilft nur die eigene Dose mitbringen, in die der Käse gefüllt werden kann. Die habe ich aber leider zuhause vergessen. Also gibt es keinen Käse.Gemüsekiste - fast Verpackungsfrei

Das Meiste, was sonst im Supermarkt noch steht kommt mir plötzlich vor wie die angesprochene Plastikschlacht. Wenn man mal mit offenen Augen durch die Supermarktregale wandert findet man sich in einer bunten, oft plastikverpackten Welt wieder. Zum Glück ist der Wein in Glasflaschen abgefüllt, so dass ich eine Flasche für einen gemütlichen plastikfreien Abend mitnehmen kann. Auch Gemüsekisten sind eine Option, denn die kommen fast ohne Verpackungen aus.

Doch zuhause fällt mir mit Schrecken auf dass meine letzte Rolle Toilettenpapier angebrochen ist. In den folgenden Tagen durchsuche ich etliche Biosupermärkte nach Toilettenpapier, das ohne Plastikverpackung auskommt – ohne Erfolg. Eine Freundin schickt mir einen Link zu CradleToCradle-zertifiziertem Papier ohne Verpackung, das ich mir online bestellen könnte. Aber das führt das Ganze dann ad absurdum denke ich und kaufe am Ende doch eine ganz normale Packung.

Mein Fazit: es benötigt ein bisschen mehr Zeit und Vorbereitung um wirklich plastikfrei einkaufen zu gehen. Aber es ist spannend mal bewusster durch den Supermarkt zu schlendern und sich zu fragen, ob wir wirklich alles in Plastik verpacken müssen. Und wer Lust auf „mehr“ Plastik bekommen hat, kann sich einen Film über unser Plastikzeitalter angucken: Plastic Planet von Werner Boote https://www.bpb.de/mediathek/187448/plastic-planet

Solveig Schröder, Klimaschutzmanagerin Bergedorf

Ran an die Buletten – Gibt es klimafreundlichen Fleischkonsum?

Maren Jõhne Amt Bordesholm.jpgDie Produktion von 1 kg konventionellem Rindfleisch verursacht den Ausstoß von rund 13 kg CO2-Äquivalenten. Die Verdauungsvorgänge der Wiederkäuer setzen Methan frei, bei dem Einsatz von synthetischen Düngemitteln wird in den Böden gebundenes Lachgas freigesetzt. Der Betrieb von landwirtschaftlichen Maschinen, Landumwandlung und Transport verursachen die Emission großer Mengen CO2. Allein in Brasilien werden für den Sojaanbau jährlich 2,5 Millionen ha Regenwald gerodet. Soja, welches auch in den Futtertrögen deutscher Mastbetriebe landet, denn es ist billig und äußerst eiweißreich. Die Erzeugung tierischer Lebensmittel ist somit laut FAO*1 für 14,5 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der einzige Ausweg: Eine drastische Reduktion des Fleischkonsums.

Mõhdrescher

HALT!!! STOP !!! ABER ICH LIEBE FLEISCH!

Fleisch ist meine Leidenschaft. Schon immer. Fleisch bedeutet für mich Genuss und Handwerk. Ob Buletten oder Blutwurst, die Produktion und Zubereitung von Fleisch- und Milchprodukten fasziniert mich und ist Teil von mir.

Dabei habe ich Fleisch nie ohne Reue gegessen. Irgendwann in meinen Teenie-Jahren machte die industrielle Tierhaltung meinem Gewissen zu schaffen. Ungefähr zehn Jahre später sind es Klimawandel, Raubbau und Biodiversitätsverlust, die mich meinen Fleischkonsum hinterfragen lassen. Damals wie heute musste ich mir etwas einfallen lassen, denn Soja-Schnitzel sind für mich keine Alternative.

Damals entschied ich mich für eine zwar konventionelle, aber sehr regionale wirtschaftende Hofschlachterei in der Nähe meines Elternhauses. Ich analysierte die Haltungsbedingungen der Tiere und schaute bei einer Schlachtung zu. Heute weiß ich, dass auch jene Schweine mit Soja und Getreide aus Übersee gefüttert wurden. Dass der Transport von Gülle und Futter entartete Dimensionen angenommen hat, dass selbst die Klimabilanz von ökologisch erzeugtem Fleisch kaum besser ist.

Also habe ich mich auf die Suche gemacht nach klimafreundlichen Alternativen – und bin auch fündig geworden: Robustrinder, die auf Naturschutzflächen grasen. Die Galloways, Heck- und Highlandrinder werden unter anderem als Landschaftspfleger auf den wilden Weiden der Stiftung Naturschutz eingesetzt. Dort dämmen sie das Wachstum von Gehölzen ein, halten die Flächen offen und schaffen neue Lebensräume für gefährdete Pflanzen und Tiere. Und ganz nebenbei produzieren sie hochwertiges Fleisch in Bio-Qualität.

Highlandrind

Und auch die Vorteile für die Klimabilanz liegen auf der Hand: Die Tiere erhalten kein energieintensives Kraftfutter, sondern fressen ausschließlich das, was die Naturschutzflächen an Gräsern, Kräutern, Ästen und Blättern bereitstellen. Was davon übrig bleibt, muss nicht in Güllebehältern gelagert und wieder auf die Felder ausgebracht werden, sondern gelangt umgehend zurück in den Stoffkreislauf. Darüber hinaus gibt es Studien, die zeigen, dass eine Beweidung die Kohlenstofffixierung im Boden begünstigt*2. Vermarktet wird das Fleisch über lokale Initiativen wie der Bunde Wischen eG*3 bei Schleswig oder dem Weidelandschaften e.V.*4 in Neumünster. Die Produkte können in Hofläden, auf Wochenmärkten und in ausgesuchten Supermärkten bezogen werden. Kurze Transportwege vor und nach der Schlachtung sind somit ein weiterer Pluspunkt fürs Klima.

Weil mir das alles immer noch nicht gut genug war, habe ich 2017 meinen Jagdschein gemacht. Mir gefällt der Gedanke, mich von dem zu ernähren, was die Natur ohne Bewirtschaftung durch den Menschen hergibt. Rehe, Hasen und Wildschweine sind Teil eines geschlossenen Kreislaufs. Fallwild*5 dient Aasfressern als Nahrung und wird danach, genauso wie die Losung des Wilds von Bodenorganismen und anderen Destruenten zersetzt. Wird die Population größer als es das Ökosystem verträgt, greift der Jäger ein und entnimmt einzelne Tiere, um so den Bestand zu regulieren. Durch die viele Zeit, die man vor dem Schuss mit der Beobachtung des Wilds verbringt, baut man eine sehr persönliche, fast innige Beziehung zu dem Tier auf, man entwickelt Wertschätzung und Dankbarkeit. Für mich ist das der genau richtige Weg, um ohne Reue Fleisch essen zu können.

Jagd

Natürlich ist das ein sehr romantisches Bild von der Jagd. In Wahrheit ist Wild schon lange nicht mehr wild, sein Lebensraum eine vom Menschen überformte Agrarlandschaft. Das Wild fühlt sich bei uns so pudelwohl, dass es längst nicht mehr ausreicht, kranke, schwache und alte Tiere zu entnehmen, um die Bestände in Schach zu halten. Betrachtet man jedoch die Klimabilanz von Wild, scheint auf den ersten Blick alles perfekt. Es müssen keine Flächen gerodet und kein Kraftfutter angebaut werden. Es fallen nur so viele Abfallprodukte an, wie das Ökosystem wieder aufnehmen kann. Die Vermarktung erfolgt regional und direkt. Wild ist keine industrielle Massenware, sondern Handarbeit.

Gibt es ihn also doch, den klimafreundlichen Fleischkonsum, die Alternative zum Verzicht? Nicht ganz, fürchte ich. Mindestens zwei Haken hat die ganze Geschichte.

Robustrinder und Wild, das bedeutet vor allem eines: Platz. Was für mich und die paar Jäger in Schleswig-Holstein funktionieren mag, wird brüchig, schaut man über den Tellerrand hinaus. Weltweit wurden 2017 ca. 320 Millionen Tonnen Fleisch produziert. Da muss man nicht lange nachrechnen um zu realisieren, dass extensive Weidelandschaften die globale Nachfrage nach Fleisch nicht decken können.

Und auch mein eigener kleiner Kosmos, in dem ich mich mit meinen Handlungsmaximen und Moralvorstellungen so nett eingenistet habe, bröckelt an einigen Stellen. So verbraucht meine Tiefkühltruhe zur Lagerung der Hirschkeulen und Galloway-Hälften laut Hersteller 275 kWh pro Jahr. Das entspricht beim aktuellen Strommix in Deutschland knapp 150 kg CO2. Dafür könnte ich 13 kg regional produziertes Bio-Rindfleisch kaufen. Oder 50 (!!!) kg Bio-Schweinefleisch. Fünfzig Kilogramm! Grob geschätzt ist das wohl mehr als mein Jahreskonsum.

Nicht zuletzt fahre ich auch noch mit dem Auto ins Revier, da mir die Kombination aus Bockbüchsflinte und Fahrrad irgendwie nicht so ganz gesetzeskonform scheint. Ich will gar nicht wissen, wie viele zusätzliche Emissionen das verursacht. Mein so aufwendig konstruiertes reines Gewissen nimmt auch ohne konkrete Zahlen ganz schönen Schaden.

Puh und nun? Doch auf rein pflanzliche Ernährung umstellen? Fast scheint es mir, als würden die Klimaberichte und Ernährungsreports mit ihren Empfehlungen recht behalten. So richtig anfreunden kann ich mich mit dem Gedanken noch nicht, aber vielleicht schaffe ich das als guten Vorsatz für 2019.

Maren Jähne, Klimaschutzmanagerin Amt Bordesholm
E-Mail: maren.jaehne@bordesholm.de

*1: Gerber, P.J., Steinfeld, H., Henderson, B., Mottet, A., Opio, C., Dijkman, J., Falcucci, A. & Tempio, G. 2013. Tackling climate change through livestock – A global assessment of emissions and mitigation opportunities. Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO), Rome.
*2: DeVore, Brian 2016: Carbon, Cattle and Conservation Grazing. Land Stewardship Project. (http://landstewardshipproject.org/posts/838, 11.12.2017)
*3: http://www.bundewischen.de
*4: http://www.weidelandschaften.de
*5: so nennt der Jäger Wild, dass durch einen natürlichen Tod gestorben ist

Bildung für nachhaltige Entwicklung – ein Besuch in der Greenpeace Ausstellung in der Hamburger Hafen City

Hagemeier_KloseMit Kindern schon früh über Nachhaltigkeitsthemen zu sprechen ist Bewusstseinsbildung für die Entscheider von morgen. Mir ist es wichtig, Wissen hierzu weiterzugeben und anschaulich an Kinder (auch meine) zu vermitteln.

Die Hamburger Hafen City selbst ist mit ihren Prinzipien der Nachhaltigkeit und der Vorsorge vor Hochwasser, das durch den Klimawandel an Intensität und Häufigkeit zunimmt, an sich schon ein schönes Beispiel, auch für Kinder. Daher haben wir uns für einen Ausflug dorthin mit Besuch der Greenpeace Ausstellung als unser erstes Testobjekt zu Bildungsangeboten für nachhaltige Entwicklung für Kinder entschieden.

Die Doppeletagen der Brücken zum Beispiel oder die Maßnahmen an den Häusern sind interessant mit der Elbe und dem Thema Hochwasser zu verknüpfen. Und das wiederum bietet den Bogen zum Klimaschutz als wichtiges Thema für jeden.

Mitten in der Hafen City ist außerdem das Greenpeace Gebäude mit einer Ausstellung sowie weiteren Angeboten für Kinder und Schulklassen.

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Greenpeace-Gebäude mit Ausstellung in der Hafen City

Von außen sieht man bereits die vertikalen Windräder auf dem Dach, jedoch haben wir uns gefragt, warum sie denn still stehen… Drinnen wurden wir freundlich am Empfang begrüßt und während die Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter bereits die Ausstellungstücke testeten, führte ich ein nettes und interessantes Gespräch, in dem ich u.a. auch erfuhr, dass das Gebäude auch noch über Photovoltaik verfügt und über Erdwärme beheizt oder gekühlt wird. Die Windräder jedoch können derzeit leider nicht betrieben werden, da die Firma pleite gegangen ist und das Gebäude von Greenpeace auch nur gemietet ist. Jedoch soll sich dies irgendwann wieder ändern. An einer Tafel mit Gebäudemodell konnten sich auch die Kinder die effiziente und regenerative Energieversorgung des Gebäudes anschauen.

DSC_0437Es gibt verschiedene Themen in unterschiedlichen Bereichen der Ausstellung, u.a. Wald- und Klimaschutz, Energiewende, Ernährung, Artenschutz, Textilien und Plastik, Abfall sowie natürlich die Arbeit von Greenpeace. Der große Müllstrudel, der von der Decke hängt, zeigte den Kindern eindrucksvoll, warum es so wichtig ist, Abfall zu vermeiden und zu recyceln. Die Mitmachstationen beim Waldschutz waren auch besonders kindgerecht ebenso wie das kleine Spiel „Finde die Energiefresser im Haushalt“. Toll für Kinder ist natürlich auch das echte Schlauchboot sowie die Brücke der MS Beluga, die die Arbeit von Greenpeace für den Schutz der Meere repräsentieren.
Vervollständigt wird das Angebot mit kleinen Flyern, Postkarten und weiterem Infomaterial sowie z.B. einem regelmäßig erscheinendem Kindermagazin.

Unser Fazit: Ein gelungener Ausflug zur Bildung für nachhaltige Entwicklung mit einer guten Mischung aus Spaß, Neugier wecken und zum Nachdenken anregen. Außerdem ein Anlass, mit Kindern gemeinsam Themen des Klimawandels und des Klimaschutzes zu erarbeiten und mit diesen über das zu reden, was jeder, auch sie selbst, zum Klimaschutz beitragen kann.

https://www.greenpeace.de/ausstellung
http://www.hafencity.com/de/konzepte/warften-statt-deiche-hochwasserschutz-in-der-hafencity.html

Farbe2Logo-transparenter-HintergrundDr. Maria Hagemeier-Klose, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Büchen
Maria.Klose@gemeinde-buechen.de

 

Geld stinkt nicht – Wie lege ich Geld (Investitionen und Girokonto) möglichst klimafreundlich an?

Morkramer_NordkircheGeld anlegen, Vorsorge treffen, sich Gedanken um Rendite und Rente machen – ich finde es schrecklich!
Für sein Tagesgeld bekommt man ca. 0,0% Rendite, dafür zahlt man Kontoführungsgebühren oder EC-Karten-Gebühren. Seinen Geldstrumpf unter die Matratze zu legen ist jedoch keine Alternative. Also doch in die nächste Immobilienblase, Rüstungsunternehmen und Rohstoffmärkte investieren? Nein, da gebe ich mein Geld lieber aus.

Zum Glück hat es sich im Finanzmarkt herum gesprochen, dass Anleihen in Nachhaltige Wirtschaftsbereiche auch nachhaltig Rendite erwirtschaften und die Nachfrage in solche Anlageformen wächst kontinuierlich. Die gemittelten Renditen nachhaltiger Fonds sind nicht so hoch wie bei manch anderen Anlagen, weil sie (noch) hohen Schwankungen unterliegen. Über einen längeren Anlagezeitraum betrachtet wachsen ihre Werte jedoch. Nachhaltige Fonds zeichnen sich durch ökologische, soziale und ethische Anlagenkriterien aus, d. h. es wird in erneuerbare Energien, Unternehmen mit hohen sozialen Standards oder genossenschaftliche Unternehmen investiert. Einen guten Überblick, was das bedeutet und an wen man sich wenden kann bekommt man z. B. auf http://www.geld-bewegt.de. Die jeweiligen Anlagenkriterien muss man sich dennoch gründlich ansehen, denn es ist bekanntlich nicht alles Gold was glänzt.

Morkramer_Nachhaltige_Geldanlage
Es gibt unabhängige Anlagenberater, die sich auf Nachhaltige Geldanlagen, Rentenversicherungen etc. spezialisiert haben. Eine Übersicht findet man im Forum Nachhaltige Geldanlagen. Zusätzlich gibt es in Hamburg und Kiel z. B. die Ecoplanfinanz. Aber auch Banken nehmen vermehrt Nachhaltige Fonds in ihr Portfolio auf, obwohl man zum Teil explizit danach fragen muss. Ebenfalls auf http://www.geld-bewegt.de/produktcheck werden Banken genannt, die ökologische, nachhaltige und soziale Kriterien in den Vordergrund stellen, z. B. die GLS Bank. Die GLS Bank hat zusammen mit der Bank für Kirche und Diakonie, Brot für die Welt und der Union Investment einen FairWorldFond aufgelegt. Aber auch andere Banken, vor allem genossenschaftliche wie die Sparda Bank eG, setzen sich in ihrem Tagesgeschäft für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein. Die Sparda Bank Hamburg eG selbst ist klimaneutral, unterstützt zahlreiche soziale und gesundheitsfördernde Projekte und man kann ein klimaneutrales Konto führen.
Wenn man nicht den Weg über eine Bank nehmen möchte und sein Geld regional investiert sehen will, kann man es selbst z. B. in genossenschaftliche Bauvereine oder Bürger-Energiegenossenschaften anlegen. Das Gegenstück dazu stellt Oikocredit dar. Oikokredit ist eine Genossenschaft, die über die Genossenschaftsanteile ihrer Mitglieder Mikro-Kredite für Klein- und Kleinstunternehmen in Entwicklungs- und Schwellenländer generiert. Zusätzlich wird in lokale Landwirtschaft, fairen Handel und erneuerbare Energien investiert.

Nun, mit all diesen Informationen weiß ich wenigstens, dass ich mein Geld sinnvoll anlegen kann. Aber es macht mir auch weiterhin keinen Spaß mich damit zu beschäftigen. Wenn man keine Luxusprobleme hat, dann macht man sich welche! 😉

image003Klaudia Morkramer, Klimaschutzmanagerin für Mobilität
Klimaschutzbüro der Nordkirche
Mail: Klaudia.Morkramer@umwelt.nordkirche.de

Klimataria – wieviel CO2 brauche ich für eine Woche Essen

OLYMPUS DIGITAL CAMERAManuel van der Poel,
Klimaschutzmanager der Gemeinde Stockelsdorf

Mein Versuch:

Tag 1:
Wie viel CO2 Ausstoß verursache ich eigentlich mit meinem Essen? Da bin ich doch der richtige Kandidat. Ich esse Fleisch, nasche gerne und alles nicht zu wenig. Da sollte doch ein vernünftiger Wert bei herauskommen. Gut, nach Weihnachten wird es natürlich traditionell weniger mit dem Essen, aber auf in den ersten Tag: Ich habe mir extra ein kleines Büchlein rausgesucht. Eins von diesen Werbegeschenken, die ganz hinten in der Schublade unter dem Schreibtisch verstauben.

Verflixt es ist Abend und ich habe nichts aufgeschrieben. Was habe ich denn nochmal alles gegessen? Also fangen wir morgen an… So geht es ja gerne mal los mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr.

Klappe die zweite: erster Tag.
Nun habe ich alles aufgeschrieben, was ich gegessen habe. Bei vielem sogar das Gewicht. Aber wie komme ich nun zu meinen CO2-Äquivalenten?
Auf jeder Verpackung stehen inzwischen  ja die Nährwertangaben und Kalorien. Aber woher bekommt man die Emissionen, die bei der Produktion entstanden sind?
Fragen wir Tante Google die weiß doch meist Rat.

Tag 2:
Tag 2Heute war ich zum Mittagstisch beim italienischen Restaurant. Ich habe Mineralwasser bestellt und Pellegrino bekommen… Das wird auf der anderen Seite der Alpen abgefüllt in kleine 0,2 l Flaschen. Wie ist denn da der CO2 Fußabdruck im Vergleich zu dem Wasser aus dem Wasserhahn, in das ich selber das CO2 einsprudele (das dann über einen kleinen Umweg ja auch in die Atmosphäre entweicht) oder das in Norddeutschland abgefüllte Wasser in der 1 l Flasche?  Das habe ich nun davon. Ich bin wieder ein kleines Stück aufmerksamer geworden, was so um mich herum passiert.

Meine Recherche war übrigens interessant, aber noch nicht zufriedenstellend. Ergebnis: es ist nicht so einfach für ein einzelnes Lebensmittel den Wert aus irgendeinem Programm/Datenbank/Internetseite zu bekommen. Und wenn, dann bekommt man einen Durchschnittswert, der dann eben nicht so Probleme – wie meinen Wassergedanken oben – abdecken kann. Beispiel ist: https://www.klimatarier.com/de/CO2_Rechner

Zitat von deren Homepage: „Bei Obst und Gemüse haben z.B. die Herkunft und die Saison einen entscheidenden Einfluss auf die CO2-Bilanz.“

Aber mal eine Zahl: (von den Berliner Wasserbetrieben – also sicher nicht ganz unvoreingenommen: CO2 Fußabdruck Leitungswasser 0,3604 g CO2/l Mineralwasser aus Flaschen 211,35 g CO2/l http://www.klassewasser.de/content/language1/html/2269.php)

Meine Herausforderung: ich sprudel jetzt noch CO2 in mein Leitungswasser ein (das ja auch produziert, abgefüllt und transportiert wird), dazu habe ich also auch Reinigung der Flaschen (Produktion der Flaschen und Recycling). Wirft die Frage auf, ob ich mich auch an Wasser ohne Kohlensäure gewöhnen kann?
Abends hat mich dann der Naschhunger gepackt (kein Wunder nach so anstrengenden Gedanken). Erst wollte ich ja verzichten, weil ich keine Ahnung habe, wie ich bei selbstgebackenen und geschenkten Plätzchen herausfinde, was da so an Emissionen dranhängt. Aber ich will ja eine normale Woche verleben. Also nicht mogeln und her mit den Leckereien…

Tag 3:
Nun mache ich mein Frühstück. Ein etwas ungewöhnliches Essen. Quasi Haferflocken mit einem Smoothie aufgegossen und über Nacht einweichen lassen. Morgens dann nur Warm werden lassen und schon habe ich ein fruchtiges Frühstück. Das ganze habe ich dann etwas verfeinert mit mehr Zutaten. Also alles Wiegen und aufschreiben. Dabei kommt mir ein Gedanke: Fast alle von meinen Zutaten gehen zur Neige und nun weiß ich, wie viel ich von jedem brauche. Also morgen besuche ich mal den Unverpackt Laden und kaufe Nachschub. Mal sehen, ob mich das teurer kommt, als wenn ich das einzeln und abgepackt im Supermarkt kaufe.

Zurück zu meiner Recherche: Es gibt sogar Studien, die die Ergebnisse von unterschiedlichen Berechnungen vergleichen http://literatur.thuenen.de/digbib_extern/bitv/dn046465.pdf

Hier werden zum Beispiel Werte für deutsche Milch verglichen: zwischen 0,8 und 1,4 kg CO2 Emissionen pro kg Milch. Ganz schöner Unterschied. Aber die erklären auch, dass je nach Berechnung einfach mehr oder weniger Schritte mit aufgenommen werden in die Berechnung. Also kann man ja nur die Produktion nehmen für die Berechnung. Andere berechnen auch die Produktion des Tetrapacks mit ein. Und dann die Entsorgung des Mülls am Ende – Teile der ganzen Tetrapacks landen im Gelben Sack, andere im Restmüll und manche Menschen werfen die sogar in den Papierabfall. Wie soll man das berücksichtigen? Nebenbei: Wenn ich in Norddeutschland Alpenmilch trinke, dann hat die sicher einen anderen CO2-Fußabdruck als die aus Husum…

Tag 4:
Im Unverpacktladen habe ich all meine Flocken und Körner bekommen. Nur halt direkt in meine Schüssel eingefüllt und abgewogen anstatt einzeln in Plastik verpackt. Eigentlich perfekt. Und der Preis liegt etwa gleich wie der Preis im Supermarkt. Ich habe gleich die Mischung für 2 Wochen gekauft: 8 Euro. Bei 10 Arbeitstagen macht das nicht mal einen Euro für mein Frühstück pro Tag. Nebenbei sind alle Zutaten auch noch Bio.
https://www.unverpackt-luebeck.de/

Und wie steht es mit meiner Recherche? Ich bin drauf und dran aufzugeben. Ich glaube nicht mehr, dass ich es schaffe den CO2-Fußabdruck meines Essens zu berechnen. Aber ich will zumindest festhalten, wie mein Essen aussieht und dann kann ich in einem Jahr das Ganze wiederholen und vielleicht finde ich bis dahin ein Tool, mit dem es klappt. Dann kann ich immer noch den Vergleich machen. Oder habt ihr einen Tipp für mich?

Tag 5:
Nachdem ich nun festgestellt habe, dass ich euch keinen Wert pro Tag liefern kann (den wollte ich am Ende unter jeden Tageseintrag drunter schreiben), will ich euch zumindest noch erzählen, wie mein Essen überhaupt so aussieht und ganz unten gibt es dann die Wochenliste mit allem, was ich so verspeist habe. Also mein Mittagessen dieser Woche: Ich war einmal beim Italiener Essen. 2 Tage habe ich Mittagessen vom Wochenende gehabt, das ich mir warm gemacht habe. Das Mittagessen ist ja schon eine Herausforderung, wenn man an der eigenen Arbeitsstelle keine Kantine oder ähnliches hat. Wir haben Supermärkte und Restaurants mit Mittagstisch nahe beim Rathaus. Also gibt es bei mir das Essen vom Wochenende und dann Mittagstisch in unterschiedlichen Restaurants.

Tag 6:
Wie sieht mein Abendessen aus? Brot mit Aufschnitt und manchmal noch einen Salat dazu. Oder Rohkost… Da kommen dann auch mal die importierten Tomaten auf den Tisch und Salat wächst im Januar auch in Deutschland schlecht. Also nicht die beste CO2 Bilanz allein wegen des längeren Transportweges. Der Transportwegevergleich ist übrigens total spannend. Ich habe neulich einen Vortrag von der Verbraucherzentrale gehört. Die haben mal am Beispiel „Erdbeeren und Herkunft“ den Kraftstoffverbrauch beim Transport verglichen.

Tag 5

Auf dem Foto sieht man gut den Unterschied zwischen Südafrika (roter Kanister) und Deutschland (kleine Flasche links von den Erdbeeren).
Also gibt es einen neuen Vorsatz für dieses Jahr: Mal in den Saisonkalender schauen und beim Einkauf dann nicht nur Produkte vom anderen Ende der Welt nehmen.
https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/gesund-ernaehren/klimaschutz-beim-essen-und-einkaufen-10442

Tag 7:
Am Wochenende gibt es bei uns auch „normales“ Frühstück – Brot mit Marmelade und auch Nutella steht bei uns auf dem Tisch. Allerdings ist die Marmelade selbst gemacht mit Früchten aus dem eigenen Garten. Da habe ich ein gutes Gewissen bei. Aber wir machen das, weil es einfach viel besser schmeckt als gekaufte.

Fazit:
Auch wenn ich es nicht geschafft habe, meine Mahlzeiten in CO2-Ausstoß umzurechnen, so habe ich in dieser Woche eine große Entdeckung für mich persönlich gemacht: ab sofort werde ich alle 2 Wochen einmal den Unverpacktladen besuchen und die Zutaten für mein Frühstück einkaufen. Und sicher entdecke ich noch das ein oder andere, was ich dann auch dort kaufen kann. So ganz ohne 3 Lagen Plastik drum herum einfach in meine Tupperschüssel oder ein altes Einmachglas.

Mir kam noch die Idee, vielleicht dazu noch eine Biokiste aus der Region (dann habe ich quasi gleich den Saisonkalender auf dem Tisch) zu bestellen. So kann ich mich dann auch von neuen Rezepten Überaschen lassen.

Aber damit soll es für’s erste auch gut sein. Ich bin dagegen sich bei jedem Happen ein schlechtes Gewissen zu machen. Essen soll schmecken und mir gut tun. Aber ab und an mal eine kleine Veränderung in Richtung nachhaltiges Essen mit weniger CO2 Ausstoß – Das hat mir nicht weh getan. Und euch sicher auch nicht, oder? Vielleicht habt ihr ja auch noch Anregungen oder Fragen, dann hinterlasst einen Kommentar und ich werde darauf antworten oder schickt mir eine Email an: m.vanderpoel@stockelsdorf.de

Hier noch die Auflistung meiner in der letzten Woche gegessenen Lebensmittel sowie einen weiteren Link für euch, die sich mit diesem Thema beschäftigen:

Meine Getränke
Mineralwasser 4 l (Flaschen), Mineralwasser selber gesprudelt 8,5 l, Pellegrino Mineralwasser 0,2 l, Kaffee (Padmaschine) mit Milch 1 Tasse, Filterkaffee mit Milch 10 Tassen, Milchkaffee im Restaurant 1 Tasse, Cappuccino (aus Pulver) 3 Tassen, Tee 12 Tassen, O-Saftschorle 300 ml, Gin Tonic 1 Glas, Bier 2 Flaschen

Mein Frühstück
Multikornflocken 300 g, Leinsaat 10 g, Chiasamen 20 g, Haselnüsse 20g, Cashew Kerne 30 g, Rosinen 30 g, Sonnenblumenkerne 40 g, Honig 6 g, Mandelmus 25 g, Banane 520 g, Apfel 550 g, Kiwi 320 g, schwarze Johannisbeeren 120 g (aus dem eigenen Garten – Tiefgefrorene), Leitungswasser  1,5 l

Und am Wochenende: 7 Brötchen mit Belag und Rührei aus 4 Eiern

Mein Mittagessen
Lauch Porree Suppe, Spaghetti Carbonara, Currywurst mit Pommes, selbst gemachte Kürbissuppe (2 Tage), Spaghetti Bolognese, selbst gemachte Kartoffelspalten

Mein Abendessen
26 Scheiben Brot mit Belag dazu 3 mal Salat und sonst Rohkost aus: Salatgurke ½, Salatkopf ½, 10 mini Datteltomaten, Granatapfel ½, 2 Paprika, 2 Möhren, 4 saure Gurken

Zwischendurch
6 Plätzchen, Schokolade 140 g, Bonbons  3, Kuchenstücke 6, Spekulatius 12, Chips 70 g, Salzstangen 1 Handvoll, Mandarinen 3, Pomelo ½, Maronen 5

Und zum Abschluss noch einen Link:
https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/co2_fussabdruck_1568.htm (dort finden sich auch einige Links zu unterschiedlichen CO2 Rechnern)

 

Noch ganz sauber? – Alternative Putzmittel herstellen und testen

Foto_Sabrina GuderDas regelmäßige Putzen der eigenen vier Wände ist eine Routine, bei der das Womit selten hinterfragt wird. Im Schrank stehen viele verschiedene Flaschen – für jeden Zweck ist das richtige Mittel zur Hand. Laut Umweltbundesamt werden jährlich ungefähr 220.000 t Haushaltsreiniger verkauft. Viele der Inhaltsstoffe in Putzmitteln sind als bedenklich einzustufen.
Foto: Rech & Friends

Sie können beim Menschen zum Beispiel zu Hautreizungen oder Verätzungen führen. Außerdem belasten Silicone, Paraffine oder Duftstoffe die Umwelt, da sie nur schwer biologisch abbaubar sind.

Da stellt sich mir die Frage, ob es verträglichere Alternativen gibt – für Mensch und Umwelt. Bei meiner Recherche bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem die These aufgestellt wird, dass 5 Haushaltsmittel sämtliche Putzmittel ersetzen können und dabei noch umweltverträglich sind. Als Alternativen zu den chemischen Putzmitteln aus der Werbung werden herkömmliche Hausmittel wie Zitronensäure, Natron, Essig(essenz), Soda und Kernseife empfohlen.

Getestete Hausmittel_Sabrina Guder

Das klingt spannend und einiges davon habe ich getestet!

Die ersten beiden Hausmittel sind Essig bzw. Essigessenz oder Zitronensäure. Sie sollen zum Entkalken von Geräten wie Kaffeemaschinen, Wasserkochern oder Bügeleisen verwendet werden können. Außerdem sei die Verwendung für einen Allzweckreiniger, als Weichspüler oder WC-Reiniger denkbar. Der Vorteil dieser beiden Mittel ist, dass sie vollständig biologisch abbaubar sind.

Bei der Anwendung von Essig bzw. Essigessenz ist darauf zu achten, dass diese nur verdünnt eingesetzt werden. Essig ist auf vielen Oberflächen einsetzbar. Vorsicht ist allerdings bei Aluminium und kalkhaltigen Flächen wie Marmor oder Naturstein geboten. Ein weiterer Nachteil des Essigs ist, dass er in Verbindung mit Kupfer zu giftigem Grünspan führen kann. Während meines Tests habe ich mich für die Verwendung von Zitronensäure entschieden. Zitronensäure ist in flüssiger Form sowie als Pulver erhältlich. Sie eignet sich ebenso wie Essig zum Entkalken. Der Vorteil gegenüber Essig ist allerdings, dass Zitronensäure in Haushaltsgeräten enthaltenes Plastik oder Gummi nicht angreift.

Mein erster Test war das Entkalken meines Wasserkochers mit Zitronensäure. Dazu habe ich 2 Esslöffel reine Zitronensäure in Pulverform in 1 Liter Wasser gelöst und in den Kocher gefüllt. Die Lösung habe ich im Wasserkocher erhitzt. Wichtig ist, dass die Lösung nicht siedet, um neue Ablagerungen wie Kalziumcitrat zu vermeiden. Nach einer kurzen Einwirkzeit habe ich die Lösung ausgekippt und den Wasserkocher mit klarem Wasser gut ausgespült und abgetrocknet. Das Ergebnis ist zufriedenstellend, doch die Kalkablagerungen sind nicht vollständig verschwunden. Beim nächsten Mal werde ich die Einwirkzeit um ein paar Minuten verlängern oder gegebenenfalls die Dosierung des Pulvers erhöhen.

Die warme Lösung aus dem Wasserkocher habe ich anschließend noch dazu verwendet meine Spüle und den Wasserhahn von Kalkflecken sowie meine Teekanne von unschönen Ablagerungen zu reinigen. Beides hat super funktioniert. Nach einer kurzen Einwirkzeit ließen sich die Kalkflecken auf der Spüle einfach mit einem Lappen wegwischen. Im Anschluss habe ich mit klarem Wasser noch einmal nachgewischt. Die Teekanne wurde ebenfalls mit der heißen Lösung befüllt. Nach einer Einwirkzeit von 10 Minuten waren die Ablagerungen fast gänzlich gelöst. Ich habe aber noch einmal mit der Bürste und etwas Spülmittel nachgeholfen und die Kanne war dann wieder weiß. Bei der Teekanne waren die bleichenden Eigenschaften der Zitronensäure zudem sehr hilfreich! Aufgrund dieser Eigenschaft wird sie auch als Weichspüler oder Fleckentferner vor allem für weiße Wäsche empfohlen.

Teekanne vor und nach der Entkalkung

Zudem kann Zitronensäure als WC-Reiniger genutzt werden und eine gute Alternative darstellen, da laut Umweltbundesamt insbesondere WC-Reiniger mit anorganischen Säuren eine hohe Belastung für die Umwelt darstellen. Laut Rezept werden einfach 3 Esslöffel Zitronensäurepulver in das Becken gestreut und mit der Bürste sowie etwas Spülwasser verteilt. Die Einwirkzeit sollte ungefähr eine Nacht betragen. Der Nachteil hierbei ist, dass die Einwirkzeit wirklich lange ist. Eine praktikablere Alternative kann die Einwirkzeit eines Arbeitstages sein.

Auf der Verpackung meiner Zitronensäure sind noch viele weitere Verwendungsmöglichkeiten angegeben, die ich demnächst auch sicherlich testen werde. Weitere Rezepte, Tipps, Anwendungsmöglichkeiten und Hinweise zu Essig und Zitronensäure sind unter folgenden Links zu finden:

Ein weiteres alternatives Mittel ist Waschsoda bzw. reines Soda und ist nicht zu verwechseln mit Speisesoda (Natron). Es soll als Putz-, Spül- und Waschmittel verwendet werden können. Auch die Fett-, Fleckentfernung sowie die Reinigung verstopfter Abflüsse seien damit möglich. Bei der Verwendung von Soda sind allerdings einige Hinweise zu beachten. Zum Schutz der Haut und Schleimhäute ist es wichtig längeren Hautkontakt sowie den Kontakt mit Augen, Nase und Mund zu vermeiden. Sodastaub und Dämpfe sollten nicht eingeatmet werden. Auf der Packung steht außerdem, dass bei der Anwendung Handschuhe getragen werden sollten. Diese Vorkehrungen sind allerdings auch bei den meisten herkömmlichen Putzmitteln empfohlen. Da viele der Anwendungsmöglichkeiten denen von Zitronensäure ähneln, wurde die Anwendung von Waschsoda zunächst noch nicht getestet. Zukünftig würde ich es aber nicht ausschließen. Der Vorteil von Waschsoda ist, dass es laut Verpackung hygienisch sauber reinigt. Nähere Informationen zu Anwendungsmöglichkeiten, Tipps und Hinweisen sind zum Beispiel im Artikel 5 Tipps, wie du mit Soda deine Wohnung und Kleider reinigst zu finden oder gegebenenfalls auf der Verpackung selbst.

Weiterhin wurde die Anwendung von Natron getestet. Es ist auch bekannt als Speise- oder Backsoda und ist vielseitig als Koch- und Reinigungsmittel einsetzbar. In Kombination mit Wasser und Kernseife lassen sich zum Beispiel ein Allzweckreiniger sowie ein Geschirrspülmittel herstellen, welches ich getestet habe. Das Spülmittel kann entweder mit Natron oder Waschsoda in Kombination mit Kernseife und Wasser einfach hergestellt werden. Dazu wird die Kernseife fein geraspelt und 2 Teelöffel in 500 ml warmem Wasser aufgelöst. Anschließend werden 2 Teelöffel Natronpulver oder Waschsoda hinzugefügt. Nach dem Abkühlen kann das Mittel verwendet werden. Der Reiniger kann auch in eine Sprühflasche gefüllt werden und so als Universalreiniger Verwendung finden. Da Waschsoda stark entfettend wirkt und der Hautkontakt vermieden werden sollte, wurde Natron verwendet.

Bei der Verwendung des Spülmittels war es zunächst sehr ungewohnt, dass es nicht schäumt. Das Spülmittel hat dennoch gut bei meinem mäßig schmutzigen Geschirr funktioniert. Nur bei der fettigen Bratpfanne musste ich auf mein herkömmliches Spülmittel zurückgreifen. Hier wäre beim nächsten Mal auch die Verwendung von Waschsoda aufgrund der entfettenden Eigenschaften sinnvoll. Wie normales Spülmittel, lässt sich auch das selbst hergestellte Mittel gut aufbewahren. Zum Beispiel abgefüllt in alten Gläsern mit Schraubverschluss.

Natron kann zum Beispiel auch zur Reinigung von Polstermöbeln, Autositzen oder Teppichen verwendet werden und entfernt Gerüche. Dazu wird das Möbelstück mit dem Pulver bestreut und am nächsten Tag abgesaugt. Fertig. Das klingt wunderbar für Gegenstände, die nicht in der Waschmaschine gewaschen werden können.

Weitere Tipps, Anwendungsmöglichkeiten und Hinweise für die Verwendung von Natron im Haushalt können in den Artikeln Natron als Hausmittel: Vielseitig und ökologisch und Natron-Allzweckreiniger im Handumdrehen selbst herstellen nachgelesen werden.

Fazit
Insgesamt begeistert mich die Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten dieser 5 Haushaltsmittel und ihre Umweltverträglichkeit.

Leider konnte ich nicht alle Anwendungsmöglichkeiten testen und hier darüber berichten. Das hätte auch den Rahmen dieses Blogbeitrages überzogen. Ich werde jedoch zukünftig weitere „Rezepte“ und Anwendungsmöglichkeiten ausprobieren und so den Inhalt meines Putzschranks umstellen. Die Vorteile dieser Hausmittel sind, dass sie im Vergleich zu anderen Reinigungsmitteln günstig und sehr ergiebig sind. Für die jeweilige Anwendung wird zumeist nur eine relativ geringe Menge benötigt. Auch die Themen Müll(vermeidung) und Recycling werden zum Vorteil für die alternativen Reinigungsmittel, denn diese sind oftmals in Pappkartons oder, wie beim Essig, in Glasflaschen erhältlich. Herkömmliche Reinigungsmittel werden dagegen fast nur in Plastikverpackungen angeboten.

Die Herstellung bzw. Dosierung der Mittel war ebenfalls einfach, denn vieles steht bereits auf der Verpackung oder lässt sich gut im Internet recherchieren. Zu Beginn muss man vielleicht öfter mal die richtige Dosierung nachschauen, doch ich denke, das ist genauso wie Kochen eine Übungssache.

Als Alternative oder Zwischenlösung zu den genannten Haushaltsmitteln, gibt es inzwischen in vielen Drogerien und Online-Shops auch ökologische Reinigungsmittel mit pflanzlichen und natürlichen Inhaltsstoffen zu kaufen. Beispiele sind die Produkte der Marken Ecover, memo, Sodasan, AlmaWin, Klar oder Sonett. Beispiele und Bewertungen sind unter anderem bei den Utopia Bestenlisten zu finden.

Doch egal welches Reinigungsmittel verwendet wird, die Dosierung sollte sparsam erfolgen, um unnötige Umweltbelastungen zu vermeiden. Mit dem Kauf von Konzentraten kann der Verpackungsmüll reduziert werden.

Bei bestehendem Interesse sind auf den angegebenen Internetseiten, dem angegebenen Buch sowie bei weiterer Recherche weitere Hinweise, Anregungen und Rezepte zur Anwendung dieser alternativen Reinigungsmittel zu finden. Das Tolle ist, hat man einmal die „Grundzutaten“ vorrätig, können neue Anwendungen unkompliziert und schnell getestet werden.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Nachweise und weitere Informationen

  1. Umweltbundesamt (2015): Frühjahrsputz. Abrufbar unter: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/wasch-reinigungsmittel/umweltbewusst-waschen-reinigen/fruehjahrsputz.
  2. Utopia (2016): Diese 5 Haushmittel ersetzen fast alle Putzmittel. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/hausmittel-putzmittel-waschmittel/.
  3. Flatley, A (2016): Natron als Hausmittel: Vielseitig und ökologisch. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/natron-als-hausmittel-vielseitig-und-oekologisch/
  4. Flatley, A. (2016): Warum Essig und Essigessenz in jeden Haushalt gehören. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/essig-essigessenz-hausmittel/.
  5. Flatley, A. (2016): 5 Tipps, wie du mit Soda deine Wohnung und deine Kleider reinigst. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/soda/
  6. Eder, M. (o. J.): Natron-Allzweckreiniger im Handumdrehen selbst herstellen. Abrufbar unter: https://www.smarticular.net/natron-allzweckreiniger-im-handumdrehen-selbst-herstellen/
  7. Emmaradio (2011): Blaupausen. Putzen 21 Teil 2: Citronensäure. Abrufbar unter: https://utopia.de/0/blog/was-nachhaltigkeit-manchmal-auch-mit/putzen-21-teil-2
  8. Utopia Team (2014): Die schlimmsten Inhaltsstoffe in Reinigungsmitteln. Abrufbar unter: https://utopia.de/ratgeber/die-schlimmsten-inhaltsstoffe-in-reinigungsmitteln/

Weitere Tipps, um Müll zu vermeiden und die Umwelt zu schonen sind in dem Buch von Shia Su (2017): „Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün“ zu finden.

Es wird keine Haftung für eventuell entstehende Schäden übernommen. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf einem relativ kurzen Testzeitraum im Rahmen der Erstellung dieses Blogbeitrags.

Logo_Kreis-SE_klein_4cSabrina Guder, Klimaschutzmanagerin des Kreises Segeberg
E-Mail: klimaschutz@kreis-segeberg.de